Selfkant-Süsterseel - FC Wanderlust Süsterseel weckt das Interesse des DFB

FC Wanderlust Süsterseel weckt das Interesse des DFB

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Ein lebendiger Verein mit einem kuriosen Namen: Für die Schluss-Sequenz des Videos auf der DFB-Internetseite liegt der Kameramann der Frauenmannschaft zu Füßen.

Selfkant-Süsterseel. Die Pressekonferenz mit Joachim Löw, Interviews mit den Nationalspielern, Berichte aus Brasilien – und ein Film über den FC Wanderlust Süsterseel. Wer momentan auf die Internetseite des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) schaut, der könnte sich verwundert die Augen reiben.

Denn neben dem Weltsportereignis Nummer 1 taucht da doch wirklich ein kleiner Verein aus dem westlichsten Zipfel Deutschlands auf. Freitagabend, Sportplatz Süsterseel. Auf dem Rasen stehen rote Hütchen, die Spieler kicken sich die Bälle zu. Mittendrin stapfen zwei junge Männer mit Kamera und Mikrofon über den Fußballplatz. Sie drehen im Auftrag des DFB ein Video. Das Thema: Kuriose Vereinsnamen im Amateurfußball. Oder: Warum heißt der FC Wanderlust FC Wanderlust?

Die Geschichte dazu kennt Helmut Jagusch, zweiter Vorsitzender des Vereins. Beim Interview mit Matthias Klein und Niels Hölscher von der Produktionsfirma zückt er ein kleines schwarzes Notizbuch und beginnt zu erzählen. „Früher mussten die Spieler – wie alle Dorfmitglieder – sonntags immer zur Kirche. Weil sie aber viel lieber Fußball spielen wollten, haben sie in der Nähe der Kirche ihre Fußballschuhe versteckt und sich kurz vor der Messe davon geschlichen.“

Unter ihnen waren auch Christian Heutz und Lorenz Adams. Sie gaben dem Verein bei seiner Gründung im Jahr 1920 den Namen „Wanderlust“, weil sie für ihre Leidenschaft wandern mussten. Vom Versteck der Fußballschuhe gingen sie anfangs zum Herkender, einem Waldstück zwischen Süsterseel und Hastenrath, später zur breiten Wiese an der Straße Richtung Jabeek (Niederlande). Bis der Verein 1960 einen Fußballplatz in der Ortsmitte bekam.

Dass ihr Verein einen eigentümlichen Namen hat, war Trainer und Spielern eigentlich gar nicht bewusst: Sie kennen es nicht anders. Erst, als vor einigen Wochen wegen eines Junggesellenabschieds Bekannte aus Paderborn am Sportplatz waren, und sich über den Vereinsnamen „Wanderlust“ amüsierten, war klar: Der Name ist tatsächlich nicht alltäglich. Als Trainer Roland Robert dann Mitte April im Internet auf die Aktion des DFB stieß, beschloss er, sich zu bewerben.

Vor dem FC Wanderlust haben es bereits drei andere Vereine auf die Internetseite des Deutschen Fußballbundes geschafft: Holzpfosten Schwerte, Wilde 13 Sprockhövel und Breite Burschen Barmen. Sie wurden 2005, 1992 und 1996 gegründet. „Dass es aber einen Verein mit einem kuriosen Namen gibt, der seit fast 100 Jahren besteht, kommt selten vor“, berichtet Roland Robertz von seinem Gespräch mit dem DFB.

Welches Versteck Christian Heutz und Lorenz Adams genau für ihre Fußballschuhe gewählt haben, weiß leider auch Helmut Jagusch nicht. Aber eigentlich ist das ja auch egal. Denn das brauchen die Fußballer aus Süsterseel heute nicht mehr.

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