Fastenbrechen als Symbol einer gelungener Integration

Von: Christian Bosten
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Hückelhoven. Es ist 20.30 Uhr. Durch die Räumlichkeiten der Moschee in der Ludovicistraße in Hückelhoven weht der Duft von schwarzem türkischem Tee. Noch rund dreißig Minuten müssen sich die anwesenden Gäste aus lokaler Politik, Kirche, Verwaltung und Polizei gedulden, bevor gemeinsam der Abschluss des Fastenmonats Ramadan, das Fastenbrechen, gefeiert wird.

Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Islamischen Kulturzentren (VIKZ), Mehmet Yilmaz, nutzt die Gelegenheit, um Einblicke in die Räumlichkeiten der Moschee zu geben. Im Erdgeschoss befindet sich der Gebetsraum für die Männer, während im ersten Stock die Frauen ihre Gebete abhalten.

Der Doverener Yilmaz kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, als die Besucher im Gebetsraum etwas irritiert auf die sechs Uhren an der Wand blicken, die offensichtlich nicht funktionstüchtig erscheinen. Das Geheimnis um die stehengebliebenen Chronometer ist schnell erläutert. Die Zeiger sollen auf die Uhrzeiten verweisen, an denen die verpflichteten Gebete für die religiösen Muslime stattfinden. Auch die Stufenkanzel, sowie die Kacheln auf denen Koran-Verse niedergeschrieben sind, sorgen für Aufsehen.

Kurz nach 21 Uhr gehört der Gebetsraum jedoch den Gläubigen für ihr Abendgebet. Rund zehn Minuten dauert das Gebet, das von den auswärtigen Gästen aus der Entfernung mit der nötigen Andacht verfolgt wird. Inzwischen kehrt von draußen Dunkelheit in der Ludovicistraße ein. Angeführt von Mehmet Yilmaz begibt sich die Besuchergruppe in den Keller, um als Höhepunkt des Abends, das Iftaressen einzunehmen.

Linsen-Suppe, frische Bohnen, gebratenes Hähnchen, Hirtensalat und süßes Baklava-Gebäck stehen auf dem Menü-Plan. Um die Förderung der Jugend auch der Öffentlichkeit zu präsentieren, spricht erstmals der 17-jährige Huzeyfe Yazici die Begrüßungsworte. Dabei verweist er auf die Fastenzeit im heiligen Monat Ramadan, die der inneren Ruhe, der Einkehr und der Meditation diente.

Besonders hebt Yazici die Auseinandersetzung der muslimischen Jugend mit Themen wie Internet oder die Suchtprävention hervor, die in der Ferienzeit im Rahmen von Informationstagen veranstaltet worden sind. Der Blick richtet sich aber auch auf das Fest der Kulturen, das von der Stadt Hückelhoven bereits zum zweiten Mal veranstaltet wurde und großen Anklang fand.

„Eins habe ich festgestellt: Der erste Besuch in der Moschee war für mich ungewöhnlich, aber jetzt bin ich nicht mehr fremd. Ich fühle mich heimisch”, so Landrat Stefan Pusch zu Beginn seiner Rede. Pusch geht auch auf den Vorstoß des Bundeslandes Hamburg ein, das eine Vereinbarung mit den Muslimen geschlossen hat, um das Zusammenleben der Glaubensgruppen zu regeln. Laut dem Landrat ist diese Idee ein erster Schritt, um Barrieren zwischen Religionen abzubauen. Die Stadt Hückelhoven geht mit gutem Beispiel voran und soll Signalwirkung für den gesamten Kreis haben.

Es ist 22.30 Uhr. In gemeinsamen Gesprächen zwischen der islamischen Gemeinde und seinen Gästen klingt das Fest des Fastenbrechens langsam aus.
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