Fast 500 Schwangere suchten Rat und Hilfe

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Kreis Heinsberg. Bei der Beratungsstelle der Awo für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Sexualität gab es im Jahr 2016 insgesamt 942 Beratungskontakte. Die meisten Beratungen fanden persönlich statt, aber auch telefonisch und schriftlich sowie in Form von Hausbesuchen und Begleitungen zu Ärzten oder Behörden.

Die 499 Beratungsfälle gliederten sich auf in 320 Beratungen zu Schwangerschaft, Familienplanung, Sexualität sowie 179 Schwangerschaftskonfliktberatungen. Die 320 Beratungsfälle zu Schwangerschaft, Familienplanung, Sexualität setzten sich wiederum so zusammen: 275 Schwangerenberatungen; 33 nachgehende Beratungen nach Schwangerschaft und Geburt; drei Beratungen nach Fehlgeburt, Totgeburt, Schwangerschaftsabbruch; drei Beratungen zu Familienplanung, Kinderwunschbehandlung, Verhütungsfragen; drei Sexual- beziehungsweise Partnerschaftsberatungen; eine Beratung zu Sexualaufklärung; fünf sonstige Beratungen.

Unter den 499 Ratsuchenden befanden sich 158 Menschen mit Migrationshintergrund (31,7 Prozent der Gesamtfälle). Interkulturelle Öffnung sei ein wichtiges Anliegen innerhalb der Einrichtungen und Dienste der AWO, heißt es dazu im Jahresbericht der Beratungsstelle. „Wir bemühen uns, kultursensibel zu beraten und ratsuchenden Frauen mit Migrationshintergrund niedrigschwellige Angebote und passgenaue Hilfen zu vermitteln.“

Das Jahr 2016 sei stark durch die Arbeit mit schwangeren Migrantinnen (Asylbewerberinnen, Flüchtlinge oder Frauen aus EU-Mitgliedsstaaten) geprägt gewesen. „Die Frauen seien entweder zur allgemeinen Schwangerschaftsberatung gekommen, insbesondere, um Gelder aus der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ zu beantragen, oder zur Schwangerschaftskonfliktberatung, weil sie ungewollt schwanger gewesen seien.

„Sprachbarrieren stellen dabei eine große Herausforderung in der Beratung dar. Auch wenn einige Migrantinnen nach kurzer Zeit schon erstaunlich gute Deutschkenntnisse erworben haben, bleiben viele Sachverhalte im Beratungskontext unverständlich für sie.“ So habe es sich teilweise sehr schwierig dargestellt, den Frauen die Abläufe und Gegebenheiten rund um Schwangerschaft und Geburt in Deutschland verständlich zu machen, beispielsweise bei Themen wie Hebammenhilfe, Anmeldung des Kindes, Beantragung von Kindergeld oder ­Elterngeld.

Zwar arbeite die Beratungsstelle häufig mit professionellen und ehrenamtlichen Sprachmittlern zusammen, doch berge das Beratungssetting die Gefahr von Missverständnissen. Zudem zeige sich beim Thema Familienplanung, dass je nach Herkunftsland und Bildung die Kenntnisse zu Zeugung, weiblichem Zyklus und Verhütungsmitteln nur marginal ausgeprägt seien und es so häufiger zu ungeplanten (und ungewollten) Schwangerschaften komme. Durch zusätzliche NRW-Landesmittel konnte die Beratungsstelle Ende 2016 besondere Angebote für Flüchtlinge vorhalten. Diese reichten von Warengutscheinen für die Säuglingserstausstattung bis hin zur Kostenübernahme bei Verhütungsmitteln.

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