Fassadenwettbewerb: Die Gewinner stehen fest

Von: Verena Müller
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Beim Fassadenwettbewerb machte
Beim Fassadenwettbewerb machten das Doppelhaus an der Graf-Gerhard-Straße 26-28 (oben) und das Gebäude Am Roßtor 14-16 das Rennen. Unten links die Bauherren der bestplatzierten Objekte. Foto: vm

Wassenberg. Gar nicht so leicht sei es für die Jury gewesen, die Fassaden zu bewerten und einen Gewinner zu ermitteln, sagte Bürgermeister Manfred Winkens bei der Präsentation der Sieger des Wettbewerbs, der im Rahmen der Wassenberger Stadtkernsanierung ins Leben gerufen wurde.

„Es war schwierig, wirklich schwierig”, sagte Winkens. Sollte eine alte, verschönerte Fassade nach gleichen Maßstäben bewertet werden wie ein kompletter Neubau eines Gebäudes? Wie sollte die grell-rote Fassade des Objekts Am Buir 2-6 bewertet werden, wo doch die Farbgestaltung eigentlich gegen die Gestaltungssatzung der Stadt verstößt?

Winkens, seine Roedalener Amtskollegin Ellen Hanselaar-van Loevezijn, der Kreissparkassen-Vorstandsvorsitzende Thomas Pennartz, Sepp Becker vom Heimatverein Wassenberg und Stadtplaner Jochen Meyer-Brandis hatten jeweils neun Punkte zu vergeben, am Ende stand ein überraschendes Ergebnis fest: Es gab drei erste Plätze und zwei vierte.

Auf zwei der ersten Plätze landete das Doppelhaus an der Graf-Gerhard-Straße 26-28. Die Bauherren sind Annemarie und Max Paffen für den rechten Teil des Hauses aus der Gründerzeit und Heinrich Spiegel für den größeren linken. Bislang waren die Hälften in verschiedenen Farben gestaltet, jetzt herrscht ein einheitliches, freundlicheres Bild vor. Die Fassadengliederungselemente wie Stuckfriese und Laibungen wurden beibehalten.

Ebenfalls den ersten Platz belegt der Komplex Am Roßtor 14-16 der Jaegers und Knorren GbR. Im Rahmen einer Kernsanierung erhielt die Fassade neue Ziegel, die Wandöffnungen wurden ortstypisch verkleinert, das Tor erhielt einen Rundbogen. Vertikal statt horizontal ist eines der wesentlichen Elemente der Gestaltungssatzung der Stadt. Das nur am Rande: Am Roßtor 14-16 wurde auch das Gewölbe zu einem Weinkeller ausgebaut.

Den vierten Platz erreichten Alois Ramisch mit seinem Haus an der Roermonderstraße 3 und Hermann-Josef Flesch mit dem an der Graf-Gerhard-Straße 19. Bei dem ersten wurde der Laden zurückgebaut, die Verblendungen im Erdgeschoss entfernt und die Fassade einheitlich pastellfarben gestrichen. An dem Stadthaus von 1789 gefiel der Jury der mehrfarbige Anstrich der gegliederten Stuckfassade und die Verwendung von Blattgoldelementen.

10.000 Euro Preisgeld

10.000 Euro hatte die Kreissparkasse insgesamt für den Wettbewerb zur Verfügung gestellt, wegen des ungewöhnlichen Ausgangs erhielten die ersten drei Sieger je 2500 Euro, die beiden vierten Plätze 1000 Euro, der 6. und 7. Platz einen Anerkennungspreis und der 8. und 9. Platz Essensgutscheine. Auf Platz sechs landete das rote Haus Am Buir 2-6 (Katharina Gerhards), auf Platz sieben das Gebäude Am Buir 11 (Monika Buschen). Schlusslichter sind der Neubau Am Buir 2 (Inge Kandziora-Rongen) und der Neubau der abgebrannten Scheune Am Buir 6 (Katharina und Melanie Gerhards).

Winkens dankte „allen, die etwas tun, um unsere Stadt schöner zu machen” - bei allen Gebäuden könne man von deutlichen Verbesserungen sprechen. Vielleicht werde man in der nächsten Phase auf Menschen zugehen, an deren Häusern noch Verschönerungen vorgenommen werden können.

Bestandteile der Gestaltungssatzung von Anfang der 90er Jahre sind neben einer Betonung der Vertikalen Dachaufbauten mit kleinen Gauben, nur dezente Werbung, eine einheitliche Behandlung von Erd- und Obergeschossen und zurückhaltende Farben.
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