Kreis Heinsberg - Familienpatenschaften: Der Bedarf an Unterstützung ist weiter hoch

Familienpatenschaften: Der Bedarf an Unterstützung ist weiter hoch

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Kreis Heinsberg. Wenn Helga Troiber-Geller, die Leiterin der Caritas-Jugendhilfe, auf die rund vier Jahre seit Aufbau des Angebots „Unterstützung im Alltag - Familienpatenschaften” zurückblickt, fallen ihr viele Hilfesuchende - Mütter und Familien - ein, die Unterstützung und Hilfe durch eine Familienpatin erfahren haben.

Wie jene 20-jährige junge Mutter mit afrikanischer Herkunft. Der deutschen Sprache nicht mächtig, ohne soziale Vernetzung oder Kontakte, war sie - vollkommen auf sich allein gestellt - mit der Babypflege und mit der Mutterrolle überfordert. „Wir haben ihr eine Familienpatin vermitteln können”, so Troiber-Geller. Ihre Einsamkeit sei nun ein Stück weit aufgebrochen. Und die Patin stehe ihr begleitend und unterstützend zur Seite.

Dieses Beispiel führte Helga Troiber-Geller bei der Vorstellung des Jahresberichts 2009/2010 an, vor allem, um zu verdeutlichen, dass das Angebot „Unterstützung im Alltag - Familienpatenschaften” als Kooperationsprojekt des Caritasverbandes für die Region Heinsberg, Abteilung Kinder, Jugend und Familie, und der Jugendämter sich im Kreis etabliert habe und der Bedarf an konkret entlastender, niedrigschwelliger Unterstützung bei den Familien ungebrochen hoch sei.

Wie Andrea Schwartz, Koordinatorin der Familienpatenschaften, herausstellte, sei das Angebot von den Kooperationspartnern und Familien mit gleichbleibender Intensität angefragt und genutzt worden. Es konnten weitere ehrenamtliche Patinnen gewonnen und im Rahmen einer Schulung auf ihren Einsatz vorbereitet werden.

Insgesamt habe es 49 Anfragen an die Koordinierungsstellen gegeben, von denen 21 zur Einrichtung einer Patenschaft geführt hätten, so Schwarz. Die Zahl der Anfragen sei somit konstant geblieben. Schwarz wies weiterhin darauf hin, dass nur noch Patenschaften bei Familien eingerichtet worden seien, deren jüngstes Kind unter drei Jahre alt gewesen sei.

Einige vermittelte Patenschaften hätten sogar bereits im letzten Drittel der Schwangerschaft begonnen und über die Geburt hinaus bestanden. „Wir sind da angekommen, wohin wir wollten”, stellte Andrea Schwarz fest.

Die Gründe, warum Familien eine Patin in Anspruch nehmen würden, seien vielfältig. Sie reichten von der fehlenden Unterstützung durch ein soziales Netzwerk (zum Beispiel Großeltern oder Nachbarn) über finanzielle Probleme und Arbeitslosigkeit bis hin zu psychischen Problemen oder Erkrankungen der Mutter.

Darüber hinaus bestehe oftmals der Wunsch der Familie nach einer Patin als Ansprechpartner oder zur zeitweiligen Betreuung der Kinder oder eines Kindes (in kinderreichen Familien).

Während der letzten vier Jahre habe sich die Zahl der aktiven Familienpatinnen mehr als verdoppelt, resümierte Andrea Schwartz. Von 56 geschulten Patinnen stünden 26 Patinnen zur Verfügung. „Einige sind in ihren Beruf zurückgekehrt. Oder sie beendeten ihre Arbeit aus zeitlichen oder familiären Gründen.” Deshalb sei es wichtig, weitere Interessenten zu gewinnen.

„Denn wir wollen die Patinnen wohnortnah einsetzen, also da, wo die Patenschaft stattfindet, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten”, ergänzte Helga Troiber-Geller. Im Herbst beginne eine neue Schulung. „Dem Caritasverband ist es wichtig, auf die Aufgaben in der Familie durch Schulung und Anleitung vorzubereiten.” Deshalb gebe es auch monatliche Gruppentreffen.

Wer Interesse hat, als Familienpatin oder Familienpate zu helfen, kann sich bei der Caritas-Jugendhilfe melden: für den Bereich Hückelhoven, Erkelenz, Wassenberg und Wegberg bei Andrea Schwartz unter der Telefonnummer 02433/442210, für den Bereich Heinsberg, Gangelt, Geilenkirchen, Selfkant, Übach-Palenberg und Waldfeucht bei Stella Klein unter der Telefonnummer 02452/919293.
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