Familienkater Nicky ist nach einem Kopfdurchschuss blind

Von: Petra Wolters
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Petra Haas ist froh, dass ihr
Petra Haas ist froh, dass ihr kleiner Kater Nicky die Schussverletzung überlebt hat, auch wenn er jetzt blind ist. Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Familie Haas wohnt zwar an der viel befahrenen Burgstraße in Wassenberg, aber ihr weit abseits davon liegendes Haus und der große Garten, der es umgibt, bieten Landidylle pur. Diese ist jedoch empfindlich gestört, seit Mutter Petra den geliebten, sieben Monate alten Familienkater Nicky mit einem Kopfdurchschuss in der Hecke eines Grundstücks in der Nachbarschaft fand.

Am Vorabend hatte sie ihn schon vermisst, „obwohl er mich sonst immer gleich begrüßt, wenn ich draußen bin”, erinnert sie sich. Als Nicky am nächsten Morgen immer noch nicht wieder aufgetaucht war, machte sie sich Sorgen, ebenso wie der Rest der Familie. Und zur Familie gehören auch weitere Tiere: eine zweite Katze, Cockerspaniel Maja, zwei Kaninchen und zwei Hamster. „Ich fand den kleinen Kerl schwer verletzt in einer Hecke hängend und habe ihn sofort zu unserem Tierarzt gebracht”, berichtet Petra Haas vom Ergebnis ihrer Suche im Umfeld ihres Grundstücks.

„Auf beiden Seiten circa einen Zentimeter neben jedem Auge fielen bei der Untersuchung blutverkrustete kreisrunde Stellen auf”, schreibt die dort tätige, behandelnde Tierärztin in ihrem Bericht. Bei der Röntgenuntersuchung des Schädels seien dann Strukturen erkennbar gewesen, die auf Metallsplitter hätten schließen lassen. Zusammen mit der klinischen Symptomatik „kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es sich bei dieser Art Verletzung um eine Schussverletzung handelt”, schreibt sie weiter in ihrem Bericht. Mittlerweile ist Nicky, eine Mischung aus Siam-Hauskatze und norwegischer Waldkatze, wieder zu Hause und erholt sich so langsam von den inneren Verletzungen. Der Durchschuss direkt hinter den Augen hatte jedoch zur Folge, dass der kleine Vierbeiner immer noch komplett blind ist. „Niemand weiß, ob er jemals wieder sehen kann”, sagt Petra Haas. Trotz alledem kuschelt Nicky aber schon wieder ausgiebig mit Familienhund Maja, als sei nichts passiert.

Wenn er sich aber am Türrahmen stößt oder sich ganz zaghaft an Stuhlbeinen orientiert, um einen Sprungversuch auf die Sitzfläche zu wagen, wird dem Beobachter das Problem bewusst.

Das Verfahren wegen des Verstoßes gegen Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes, das eine Bestrafung für denjenigen vorsieht, der „einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden” zufügt, ist mittlerweile bereits eingestellt worden, weil kein Täter ermittelt werden konnte. „Aber wer schießt in einem Wohngebiet, das sich auch noch in der Nähe der Grundschule befindet, wild durch die Gegend?” Dies fragt sich die Katzenbesitzerin. „Ich finde das einfach nur brutal und vor allem erschreckend”, appelliert sie jetzt an die Öffentlichkeit, vor allem an ihre nähere und weitere Nachbarschaft, Augen und Ohren offen zu halten und entsprechende Beobachtungen unbedingt der Polizei zu melden.
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