Kreis Heinsberg - „Familiale Pflege“ unterstützt Angehörige kostenfrei

„Familiale Pflege“ unterstützt Angehörige kostenfrei

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Das Team der Familialen Pflege des Fachkrankenhauses in Gangelt: ­Angelika Lilikakis (l.) und Wilma Donné (r.).

Kreis Heinsberg. „Familiale Pflege“: Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Bündel verschiedener Beratungen und Schulungen, die das Krankenhaus Maria Hilf, Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kreis Heinsberg, nach eigenen Angaben pflegenden Angehörigen anbietet.

Seit Ende des vergangenen Jahres können demnach Versicherte aller Krankenkassen, die einen Angehörigen mit Pflegestufe pflegen, kostenfrei die Familiale Pflege des Gangelter Fachkrankenhauses in Anspruch nehmen. In Gesprächen und Trainingsprogrammen sollen sie die nötige Unterstützung erhalten, um sich auf die Pflege zu Hause vorzubereiten.

„Es geht hierbei einmal nicht um die Patienten, sondern ganz bewusst um die Angehörigen. Diese sehen sich mit der Pflege des beispielsweise an Demenz erkrankten Familienmitglieds einer echten Mammutaufgabe gegenübergestellt“, erklärte Wilma Donné. Sie und ihre Kollegin Angelika Lilikakis informieren die Familienmitglieder in einem Gespräch über die entstehenden Pflegeaufgaben. Gemeinsam mit den Angehörigen überlegen sie, wie die anfallenden Arbeiten innerhalb der Familie so organisiert werden können, dass sich die Mitglieder gegenseitig entlasten. Zusätzlich können Sorgen und Bedenken besprochen werden.

Auch zu Hause besuchen die Mitarbeiterinnen der Familialen Pflege die pflegenden Angehörigen. „Natürlich nur, wenn die Angehörigen das auch möchten“, so Wilma Donné. Dort zeigen die Pflegefachkräfte mögliche Verbesserungen im häuslichen Umfeld auf. Weiterhin unterstützen sie die Angehörigen bis zu sechs Wochen nach der Entlassung des zu Pflegenden bei Fragen zur Pflege sowie zu benötigten Hilfsmitteln und Pflegeartikeln. Auch die Nachbegleitung bei Sterbefällen ist eine Aufgabe im Rahmen der Familialen Pflege, die ein Modellprojekt der Universität Bielefeld in Kooperation mit der AOK ist.

Neben der Beratung bieten die die examinierte Pflegefachkräfte Wilma Donné und Angelika Lilikakis kostenfreie Pflegekurse an. „An den Pflegeinitialkursen kann jeder Interessierte teilnehmen“, so Donné. „Im Gegensatz zu unseren anderen Angeboten ist es hier nicht nötig, dass es einen zu pflegenden Angehörigen mit Pflegestufe gibt.“

Ein Pflegekurs besteht aus vier Bausteinen, die an drei Tagen vermittelt werden. Themen wie Mobilisation, Inkontinenz, Bettlägerigkeit und Ernährung werden besprochen. „In den Kursen geht es aber nicht nur um die reine Wissensvermittlung“, so Lilikakis, „sondern auch um den Austausch von Erfahrungen der pflegenden Angehörigen.“ Dies ist auch in einem Gesprächskreis für Angehörige möglich.

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