Heinsberg-Randerath - Fall Karl D.: „Nicht wie im Mittelalter Menschen aus dem Dorf jagen”

Fall Karl D.: „Nicht wie im Mittelalter Menschen aus dem Dorf jagen”

Von: disch
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Von Aktionen vor dem Wohnhaus des Sexualstraftäters Karl D. rät die Polizei ab. Foto: Georg Schmitz

Heinsberg-Randerath. Der Fall Karl D. - der aus der Haft entlassene und weiterhin als gefährlich eingeschätzte Sexualstraftäter hält sich bekanntlich im Heinsberger Stadtteil Randerath auf - sorgt weiter für Beunruhigung in der Bevölkerung und bleibt das Gesprächsthema Nummer eins in der Region und weit darüber hinaus.

In einem Brief an die Bürger hat der Ortsvorsteher von Randerath, Heinz Franken, am Freitag darum gebeten, von weiteren Aktionen am Wohnhaus der Person Abstand zu nehmen.

„Wir alle haben die uns aufgezwungene Situation der Wohnsitznahme eines entlassenen Sexualstraftäters, der noch als rückfallgefährdet gilt, hier in Randerath mit großem Unbehagen zur Kenntnis nehmen müssen”, schreibt Franken. In seiner Sorge um die Sicherheit der Bürger habe er mit der Leitung der Polizei Rücksprache gehalten und die Zusage bekommen, dass intensive Überwachungs- und Schutzmaßnahmen für die Bürger ausgeführt würden.

Es sei sichergestellt, dass die Person rund um die Uhr überwacht werde und damit alles getan werde, Gefahren für die Bürger auszuschließen. Bis zur Entscheidung des Oberlandesgerichts München über die Beschwerde der Staatsanwaltschaft - mit der die nachträgliche Sicherungsverwahrung doch noch erreicht werden soll - würden diese Maßnahmen auf jeden Fall aufrechterhalten.

„Wir müssen aber auch geltendes Recht akzeptieren und können uns selber nicht ins Unrecht setzen, indem wir wie im Mittelalter unter Gewaltandrohung Menschen aus dem Dorf jagen”, schrieb Franken. „Dadurch würden wir selbst zu Tätern und bringen die uns schützende Polizei in die unangenehme Situation, gegen uns einschreiten zu müssen. Das wollen wir nicht!”

Der Ortsvorsteher weiter: „Wir wollen auch keinen radikalen Gruppierungen eine Plattform bieten, auf der sie ihre Parolen verbreiten können. Wir haben deutlich den Medien und der Öffentlichkeit gegenüber zum Ausdruck gebracht, dass wir diesen unsäglichen Zustand nicht hinnehmen wollen, und hoffen, dass schnellstmöglich eine akzeptable Lösung erzielt wird.”

Deshalb solle nun von weiteren Aktionen an dem Wohnhaus Abstand genommen werden. „Konfliktsituationen mit der Polizei wären sonst unausweichlich.”

Ortsvorsteher Heinz Franken will die Situation mit den Bürgern in einer Versammlung am kommenden Mittwoch, 11.März, um 19 Uhr in der Turnhalle Randerath besprechen.
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