Fahrgastverband Pro Bahn sieht „Licht und Schatten” beim Fahrplanwechsel

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Als völlig unbefriedigend bewertete der Fahrgastverband die Anbindung des Baaler Bahnhofs. Foto: Pro Bahn

Kreis Heinsberg. Nach dem Fahrplanwechsel am 13.Dezember hat der Fahrgastverband Pro Bahn eine erste Bilanz gezogen. Während sich im Regionalverkehr der Bahn keine wesentlichen Neuerungen ergeben hätten, gebe es im Busverkehr einige Veränderungen, „und zwar gute wie schlechte”, so Pro Bahn.

Mit dem Fahrplanwechsel wurde für die Schulferien der sogenannte Blockverkehr eingeführt. Das heißt, dass die Busse an den Bahnhöfen Erkelenz und Geilenkirchen immer zur gleichen Minute abfahren und so optimale Anschlüsse zum Bahnverkehr hergestellt werden. Diese Maßnahme wird von Pro Bahn ausdrücklich begrüßt.

„Das ist ein Schritt in die richtige Richtung”, so Michael Bienick, stellvertretender Vorsitzender von Pro Bahn Euregio Aachen. Die konsequente Beibehaltung eines einheitlichen Fahrplantaktes müsse sich in Zukunft aber auch außerhalb der Schulferien durchsetzen. Die Taktbrüche zu den Schulzeiten müssten endlich aufgegeben werden, um das Verkehrsangebot wirklich und dauerhaft attraktiv zu gestalten.

Positiv hervorzuheben ist aus Sicht von Pro Bahn auch die Ausweitung des Multi-Bus-Verkehrs. Die Ablösung des „fahrgastunfreundlichen” Anruf-Sammel-Taxis durch ein flexibleres und preisgünstigeres Angebot sei längst überfällig gewesen. Als Wermutstropfen bleibe jedoch anzumerken, dass Vermarktung und Fahrplan des Multi-Busses noch verbesserungswürdig seien. „Hier haben wir als Fahrgastverband der West bereits vor Monaten detaillierte Verbesserungsvorschläge unterbreitet”, beklagte Stefan Houbertz, Vorsitzender von Pro Bahn Euregio Aachen, dass diese nicht umgesetzt worden seien.

Einem „Schildbürgerstreich” gleich kommt laut Pro Bahn die Einstellung der Linie 414 zwischen Keyenberg und Wanlo. Zwischen den Verkehrsnetzen des Kreises Heinsberg und der Stadt Mönchengladbach bestehe nun eine Unterbrechung von lediglich zirka zwei Kilometern. „Eine solche Lücke kann man keinem Fahrgast sinnvoll erklären”, meinte Houbertz. Pro Bahn befürworte schon seit Jahren die Durchbindung der Linie 006 über Wanlo hinaus bis Erkelenz. Diese Maßnahme könne von der NVV mit nur einem zusätzlichen Fahrzeug umgesetzt werden.

Da auf diese Weise die neue Linie EK3 überflüssig wäre, könne diese Maßnahme ohne wirkliche Mehrkosten realisiert werden. Und den Bewohnern der östlichen Stadtteile von Erkelenz würde zusätzlich eine umsteigefreie Verbindung in Richtung Rheydt angeboten. Hinzu komme, dass die Fahrzeiten der Linien EK 1, EK 2 und EK 3 jetzt derart ungünstig seien, dass in Erkelenz teilweise Zuganschlüsse ganz knapp verpasst würden.

„Nach wie vor völlig unbefriedigend ist die Anbindung des Bahnhofs in Baal”, so Pro Bahn. Da herrsche seit nunmehr zwei Jahren ein untragbarer Zustand. Damals habe die DB Bahn Rheinlandbus die Fahrzeiten der Linie 495 um 30 Minuten gedreht, um Kosten zu sparen. Seitdem fahre die Linie 495 zwischen Baal und Ratheim völlig sinnlos nahezu zeitgleich zur Linie SB4.

Als Krönung verpasse die Linie 495 in Baal die Züge aus und in Richtung Aachen jeweils um Haaresbreite. „Manchmal kann man den Bus noch abfahren sehen, wenn man mit dem Zug ankommt. Ein solcher Fahrplan dürfte in Deutschland wohl einmalig sein und stellt ein regelrechtes Armutszeugnis dar”, betonte Bienick. Wie eine unglaubliche Realsatire mute es an, wenn nicht mal DB Bahn Rheinlandbus als bahneigene Busgesellschaft es schaffe, ihre Busse auf den DB-Regionalverkehr abzustimmen.

Neben der Anschlussproblematik würden der Wetterschutz und der bauliche Zustand des Baaler Bahnhofs dem Fahrgastverband ebenfalls seit Jahren Sorgen bereiten.
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