Kreis Heinsberg - Fachtagung zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ im Kreisgymnasium

Fachtagung zum Thema „Sexualisierte Gewalt“ im Kreisgymnasium

Von: jwb
Letzte Aktualisierung:
11343573.jpg
Übungsfiguren der Abwehr und des Losreißens: Dieter Bransch (l.) und Thomas Klein (r.) präsentierten sie in einem der Workshops. Foto: Bindels
11343575.jpg
„Schweigen schützt die Falschen“: So lautete der Appell im Vortrag von Petra Lazik, Referentin beim Landessportbund NRW. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Dem Thema „Sexualisierte Gewalt“ widmete der Kreissportbund Heinsberg eine Fachtagung im Kreisgymnasium in Heinsberg. Vereinsverantwortliche, Übungsleiterinnen nd Übungsleiter sowie Erzieherinnen und Erzieher konnten sich in Fachvorträgen und Workshops dem Thema nähern.

Erklärtes Ziel war es, die Handlungsfähigkeit der Vereine für Vorbeugung und Intervention im Falle einer Kindeswohlgefährdung und bei Missbrauch zu stärken. „Stopp – bis hierhin und nicht weiter. Stopp – ein Wort, das in jeder Hinsicht eine wichtige Rolle spielt. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass sexuelle Gewalt keine Chance hat“, lauteten die einleitenden Worte von Ronnie Goertz, dem Vorsitzenden des Kreissportbundes.

Mit ihrem Vortrag unter dem Titel „Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport“ führte Petra Lazik, Referentin beim Landessportbund NRW (LSB), in ein diffiziles Thema ein.

„Sexualisierte Gewalt liegt immer dann vor, wenn ein Erwachsener oder Jugendlicher oder auch Kinder ein Mädchen oder einen Jungen dazu benutzt, die eigenen Bedürfnisse mittels sexualisierter Gewalt auszuleben“, definierte die psychotherapeutisch ausgebildete Referentin und Kriminalhauptkomissarin a. D. die sexualisierte Gewalt.

Sexuelle Gewalt werde als Mittel benutzt, um Macht auszuüben, zu Handlungen zu zwingen, die nicht gewollt sind und Grenzen überschreiten. Sexualisierte Gewalt als Gewaltform werde angewandt, um andere zu erniedrigen, zu bestrafen, Ärger abzubauen und sich machtvoll zu fühlen. Gerade im Sport seien die Gelegenheiten dazu günstig. So könne schon das Herunterziehen der Sporthose durch Gleichaltrige ein Beispiel sein oder das Beobachten beim Umkleiden oder das Anfassen im Genitalbereich bei Übungen.

Wie können Vereine vorbeugen? Wer sind Täter oder Täterinnen? Woran sind sie zu erkennen? Wie kann im Verdachtsfall gehandelt werden? Welche Einrichtungen und Fachberater können angesprochen werden? Einen Ehrenkodex zu formulieren, ein erweitertes Führungszeugnis als Bestandteil für Übungsleitertätigkeiten vorzusehen und Verhaltensregeln im Verein einzuführen, waren Bausteine eines Handlungsleitfadens, den die Referentin vorstellte.

Im zweiten Vortrag „Wir machen Kinder stark“ präsentierte Thomas Klein, Polizeibeamter, ein Projekt, das im Grundschulbereich eingesetzt werde. Das Projekt bereite Kinder vor, sich verbal, mit Körpersprache, Selbstverteidigung durch körperliche Gegenwehr und Kenntnisse des Rechts aktiv gegen Übergriffe der Täter zu wehren und somit die typische Opferrolle zu vermeiden.

Im Gegensatz zum Konzept des LSB, nach dem jeder Opfer werden könne, weil die Täter oft genug subtil vorgingen und der psychische Aspekt bei der Selbstverteidigung im Vordergrund stehe, setzte Thomas Klein auf körperliche Selbstbehauptung. In dem nachfolgenden Workshop zeigten Thomas Klein und Dieter Bransch den Teilnehmern Übungsfiguren der körperlichen Abwehr und des Losreißens. Gegensätzliche Ansätze, die einen Diskurs notwendig machen, wie im Ansatz durch Nachfragen aus dem Publikum erkennbar wurde.

Weitere Themen der Workshops bei dieser Fachtagung waren: „Was ist sexualisierte Gewalt?“ unter der Leitung von Michael Kutz, „Was ist sexueller Missbrauch?“ unter der Leitung von Bernd Parakenings, „Die Ausbildung zur Selbstbehauptungstrainerin LSB NRW“ unter der Leitung von Selcan Basogul, „Wann sprechen wir von Kindeswohlgefährdung?“ unter der Leitung von Katrin Gehlich und „Handlungsleitfaden für Präventions- und Interventionsschritte im Verein“ unter der Leitung von Petra Lazik.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert