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Fachtagung mit dem Thema „Wohnen bei Demenz“

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
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Lebensqualität und Technik im Alter bei Menschen mit Demenz“: So hatte Prof. Dr. Manuela Weidekamp-Maicher ihren Vortrag überschrieben bei der Fachtagung in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können, ist ein großer Wunsch älter werdender Menschen. Dies gilt ganz besonders auch für diejenigen, die zusätzlich an Demenz erkranken. Die Zahl allein stehender Menschen mit Demenz steigt, und damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum, der den Bedürfnissen dieser Menschen entspricht.

Dass die Bandbreite an Möglichkeiten zur Anpassung von Wohnraum breit gefächert ist, ­erfuhren die Teilnehmer einer Fachtagung mit dem Titel „Wohnen bei Demenz – Mehr Selbstständigkeit, Lebensqualität und Sicherheit“, zu der das Demenz-Servicezentrum Regio Aachen/Eifel in die Heinsberger Stadthalle eingeladen hatte.

Viele Architekten

Zielgruppe bei der Einladung zu dieser Tagung waren ambulante Dienste, Selbsthilfegruppen, Wohn- und Pflegeberatungsstellen, darüber hinaus Architekten, Bauherren, Wohnungsbaugesellschaften oder gerontopsychiatrische Beratungsstellen. „Erfreulich war, dass viele Architekten teilgenommen haben“, erklärte Catharina Hansen, Pflegemarkt-Referentin bei der Verbraucherzentrale NRW, die sich freute, rund 70 Teilnehmer in Heinsberg begrüßen zu können. Die Moderation dieser Veranstaltung übernahm Petra Mittenzwei vom Demenz-Servicezentrum.

Lichtschalter als Beispiel

Erster Referent des Tages war Marcus Sauer von der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT) aus Iserlohn. Er stellte den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten für die Anpassung von Wohnraum für demente Menschen vor. Der Lichtschalter war ein Beispiel dafür. Wichtig sei, dass er sich farblich von der Wand unterscheide, so Sauer. So könne man ihn zum Beispiel farblich umranden, ein Lichtsymbol aufkleben oder bei fortschreitender Demenz den Schalter zum Beispiel auch mit einem Sensor nach­rüsten, der das Licht automatisch einschalte.

Technik immer nur Ergänzung

Wie eine gut ausgewählte technische Unterstützung das Leben dementer Menschen erleichtern kann, verdeutlichte Patrick Ney, Projektmanager Vernetztes Wohnen im Quartier aus Hannover, ­seinen Zuhörern. Vom Bügeleisen, das sich selbst ausschaltet, bis hin zur Armbanduhr mit Notknopf und GPS-Ortung reichten seine Vorschläge. Dazu gehörte auch ein Tablet, das dem dementen Menschen mittels sprechender Assistenz bei seiner Terminplanung hilft. Der persönliche Kontakt zu dem betroffenen Menschen dürfe allerdings niemals durch Technik ersetzt werden, betonte Ney. Technik solle immer nur ergänzend eingesetzt werden.

Möglichkeiten zur Finanzierung

Über Möglichkeiten zur Finanzierung einer Wohnungsanpassung informierte Susanne Tyll, freiberuflich tätige Beraterin aus Krefeld. So unterstütze nicht nur die Pflegeversicherung notwendige Baumaßnahmen. Es gebe ein zusätzliches KfW-Förderprogramm mit Darlehen und ab 2017 auch wieder mit einem Zuschuss, erklärte sie.

Dass bei jeder baulichen Veränderung die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen berücksichtigt werden müssten, betonte schließlich bei dieser Fachtagung in Heinsberg die Professorin Dr. Manuela Weidekamp-Maicher vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf.

Weitere Informationen

Das Demenz-Servicezentrum ­Regio Aachen/Eifel ist eines von 13 Zentren in Nordrhein-Westfalen. Es ist zuständig für die Städteregion Aachen sowie für die Kreise Euskirchen, Düren und Kreis Heinsberg. Die Einrichtung gehört zur Landesinitiative Demenz-Service, die 2004 als gemeinsame Plattform entstanden ist. Ihr Ziel ist es, die häusliche Situation der an Demenz erkrankten Menschen und der sie unterstützenden Angehörigen zu verbessen.

Arbeitsbereiche sind die Weiterentwicklung von Informations-, Beratungs- und Schulungsangeboten, die Stärkung der ehrenamtlichen, nachbarschaftlichen und professionellen Unterstützung, die Intensivierung der Zusammenarbeit von Ärzten, Krankenhäusern und Pflegediensten, die Weiterentwicklung von Wohnangeboten und sowie Maßnahmen, die zu Enttabuisierung der Thematik beitragen.

Infos zu finden unter www.demenz-service-nrw.de.

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