Exkursion zur Synagoge in Aachen zwischen Neujahr und Versöhnungsfest

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Eine Schülergruppe vom Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg besuchte die Synagoge in Aachen.
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Die Schülerinnen aus Geilenkirchen erlebten in der Synogoge in Aachen eine hochinteressante Führung.

Kreis Heinsberg. Zur Synagoge in Aachen führte eine Exkursion der Schülergruppe Peers to Peers vom Berufskolleg Wirtschaft des Kreises Heinsberg in Geilenkirchen. Geplant und geleitet wurde der Besuch von Schulsozialarbeiterin Ariadna Wix und Pfarrer Friedhelm Schippers.

In den vergangenen Jahren waren bereits die Moschee in Duisburg, der Aachener Dom und die Schwestern der Mutter Teresa in Essen besucht worden. Die Gruppe Peers to Peers (Peer bedeutet Gleichrangiger) setzt sich im Rahmen des Konzepts „Schüler helfen Schülern“ gegen Ausgrenzungen und Mobbing im Klassenverband, für Integration, Toleranz und Klassengemeinschaft ein und besteht derzeit aus Schülerinnen der Unterstufe der Zweijährigen Handelsschule.

Alles Gute zum neuen Jahr 5774, das am 5. September begann, durften die Schülerinnen der jüdischen Gemeinde, etwas verspätet, noch wünschen. Nachdem sie eine Sicherheitsschleuse passiert hatten, wurden sie von Maja Elgurt herzlich begrüßt.

Für die Jugendlichen war es befremdend, dass sich Juden in Deutschland immer noch so schützen müssen, weil andere Menschen ihnen fremdenfeindlich und rassistisch gegenüber eingestellt sind.

Maja Elgurt gestaltete eine eineinhalbstündige hochinteressante Führung. Sie erzählte von der Geschichte der Juden in Aachen, von der ersten Synagoge, die 1861 eingeweiht wurde, die aber in der Reichspogromnacht 1938 zerstört wurde, und von den ermordeten Aachener Juden. Die neue moderne Synagoge in Aachen, errichtet auf dem Platz der ersten Synagoge, heißt alle Menschen willkommen.

Über der Glasfassade des Haupteingangs des jüdischen Gemeindezentrums steht in hebräischen Buchstaben das Motto der Synagogengemeinde: „Mein Haus soll sein ein Haus des Gebets für alle Völker!“

Die Führung machte Lust und Freude, sich intensiver mit den jüdischen Traditionen zu befassen, wie zum Beispiel der wöchentlichen Feier des Sabbats, der religiösen Gebetskleidung der Männer und den unterschiedlichen religiösen Strömungen innerhalb des Judentums.

Begibt man sich in den Synagogenraum, ist es für jeden männlichen Besucher selbstverständlich, eine Kopfbedeckung zu tragen, die kleine kreisrunde Bedeckung mit dem Namen Kippa. Während in der Synagoge das Tragen einer Kippa als Zeichen der Demut vor Gott gedeutet wird, so wird in christlichen Kirchen gerade der nicht bedeckte Kopf als Zeichen der Demut gewertet.

Die Zeit war zu kurz, um die zahlreichen Aspekte des jüdischen Glaubens zu vertiefen, wie den konsequenten Ein-Gott-Glauben, die handgeschriebenen Thorarollen, welche die fünf Bücher Mose enthalten und in einem besonderen Schrank im Synagogenraum aufbewahrt werden, die 613 Ge- und Verbote, die es für fromme Juden zu beachten gilt, den Speisevorschriften oder den jüdischen Kalender, der sich am Mondjahr orientiert und – so die Tradition – ab der Entstehung der Welt die Jahre zählt.

Am 14. September feiern die Juden weltweit Jom Kippur. Dies ist der Versöhnungstag im Judentum. Ein ganz ernster, ja einer der höchsten Feiertage, der von Fasten und Gebeten und Versöhnung mit den Menschen, mit denen man im Streit liegt, geprägt sein soll. Der Besuch der Jugendlichen fiel in den besonderen Zeitraum zwischen Neujahr und Versöhnungsfest.

Sie bedankten sich herzlich dafür, dass die Gastgeber in all den Festvorbereitungen noch Zeit für die Führung fanden. Am Ende lautete der Wunsch aller Beteiligten: Möge 5774 ein gutes, versöhnliches Jahr werden – und das neue Schuljahr ebenfalls!

Anschließend ging es für die Schülerinnen Laura Frenken, Mandy Hintzen, Chantal Strümpel, Patricia Schmitz, Stacy Schuster und ihre Begleitpersonen mit vielen neuen Erkenntnissen und Eindrücken zurück nach Geilenkirchen.

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