Kreis Heinsberg - Exkursion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik

Exkursion der Gesellschaft für Sicherheitspolitik

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Kreis Heinsberg. Eine interessante und sehr informative Exkursion führte rund 20 Bürger aus verschiedenen Orten des Kreises Heinsberg in die Eifel.

 Ziel der von der Gesellschaft für Sicherheitspolitik (Sektion Aachen-Heinsberg) organisierten Veranstaltung waren noch erhaltene Bunkeranlagen im Waldgebiet Der Buhlert nahe Simonskall im Hürtgenwald sowie die Dokumentationsstätte Ehemaliger Ausweichsitz der Landesregierung Nordrhein-Westfalen in Kall-Urft.

Der Westwall erstreckte sich über circa 630 Kilometer von Kleve am Niederrhein bis zur deutsch-schweizerischen Grenze bei Basel. Als militärische Verteidigungslinie setzte er sich unter anderem aus Stollen, Panzersperren, Gräben und der noch häufig gut sichtbaren Höckerlinie zusammen. Im Zentrum stand ein System von bis zu 18 000 Bunkeranlagen, die in einem Abstand von 50 Metern das Grenzgebiet zu den Niederlanden, Belgien und Frankreich durchziehen sollten. „Die militärisch eigentlich wirkungslosen Anlagen erzielten dennoch eine beachtliche psychologische Wirkung“, so die GfS. Die Alliierten hätten sie lange Zeit als unüberwindbares Hindernis betrachtet. Auch wenn die Generation der Kriegsteilnehmer weitgehend verstorben sei, so seien Nachwirkungen der verheerenden Kampfhandlungen in der Eifel noch bis zum heutigen Tag spürbar. Oftmals würden Munitionsbestände oder auch sterbliche Überreste entdeckt.

In dem kleinen Ort Urft in der Gemeinde Kall befand sich mit dem ehemaligen Ausweichsitz der Landesregierung das zweite Ziel der Tagesexkursion. Dieser Bunker war 1963 auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges errichtet worden. Damals waren unter hoher Geheimhaltung Sicherheitsmaßnahmen für den Fall einer atomaren Auseinandersetzung zwischen der Nato und dem Warschauer Pakt getroffen worden. Bunker sollten im Kriegsfall als Ausweichsitz dienen. Dort sollten sich Krisenstäbe etablieren und Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung einleiten. In einer zweistündigen Führung gingen die Teilnehmer der Exkursion auf Zeitreise zurück in den Kalten Krieg: Es ging um einen Ernstfall, der zum Glück nie eingetreten ist. Der Ausweichsitz wurde 1990 außer Betrieb gesetzt und später verkauft. 2009 wurde die Dokumentationsstätte eröffnet.

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