Evangelischer Kirchenkreis: Regionale Vernetzung muss verstärkt werden

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Im Rahmen einer Pressekonferenz informierte Pfarrerin Susanne Bronner - als Synodalassessorin Stellvertreterin des Superintendenten - über die Inhalte der Herbstsynode. Foto: Petra Wolters

Kreis Heinsberg. Mit einem Gottesdienst in der Wassenberger Kreuzkirche wurde am Samstag die Herbstsynode des Evangelischen Kirchenkreises Jülich eröffnet. Dabei wurden Pfarrerin Elke Wenzel und Pfarrer Friedhelm Schippers von Superintendent Jens Sannig aus Übach-Palenberg in ihre Ämter als Schulpfarrer eingeführt. Schippers fungierte am Samstag in Wassenberg auch als Synodalprediger.

Die anschließende Tagung im benachbarten Campanushaus zählte rund 100 Teilnehmer, darunter Pfarrer und Presbyter aus den 19 Kirchengemeinden im Kirchenkreis, der sich über die Kommunalkreise Düren und Heinsberg sowie die Stadt Eschweiler (Städteregion Aachen) erstreckt. Schwerpunkt war der ausführliche Bericht des Superintendenten, über den Pfarrerin Susanne Bronner aus Ratheim, als Synodalassessorin dessen Stellvertreterin, am Abend im Rahmen einer Pressekonferenz informierte.

Sannig hatte in seinem Bericht zurückgeblickt auf Ereignisse in der Landeskirche, im Kirchenkreis und in den einzelnen Gemeinden. Darüber hinaus bezog er theologisch Stellung zu bestimmten Themen und Ereignissen. Gleich an den Anfang stellte er die anstehenden Strukturveränderungen auch in der evangelischen Kirche. Die seit vielen Jahren bestehende regionale Vernetzung der Gemeinden müsse weiter verstärkt werden, um die Aufgaben der Zukunft bewältigen zu können, so Sannig. Auch um schmerzliche Entscheidungen komme man dabei nicht herum, wie der erste Fall einer zum Verkauf stehenden Kirche in Übach-Palenberg zeige.

„Kirche” nahe bei den Menschen

Den Leitgedanken „Kirche nahe bei den Menschen” betrachtete er in ganz unterschiedlichen Facetten. In puncto Bildung soll vor allem die Kinderarmut thematisiert werden, zunächst in Gottesdiensten am 5. Dezember. Zudem ist der Kirchenkreis dem bundesweiten Bündnis für Kindergrundsicherung beigetreten. Viel Applaus erntete Sannig, als er mit Blick auf die „Bewahrung der Schöpfung” ein klares Nein aussprach zu Atomkraft und zu neuen Kohlekraftwerken. „Christinnen und Christen stehen ein für Klimagerechtigkeit und Nachhaltigkeit”, betonte er.

Der Superintendent erwähnte die gemeinsam mit der katholischen Kirche realisierte „Schokoladenaktion”, bei der auf die schlechten Bedingungen bei der Produktion aufmerksam gemacht werden soll. Zwei Kakaobauern aus Ecuador begrüßte er als Gäste der Synode.

Ermahnung zu gutem Miteinander

Sannig würdigte die Bemühungen um die Förderung des Miteinanders von Menschen mit christlichem und muslimischem Glauben und rief dazu auf, auch Zuwanderern das Recht auf freie Religionsausübung zu gewähren. Die Fremdenfeindlichkeit sei inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen, erklärte Sannig mit Blick auf rechtsradikale Schmierereien an der Kirche in Gerderath. Ausführlich berichtete er über die Behandlung eines jungen Flüchtlings durch das Ausländeramt in Heinsberg und stellte in diesem Zusammenhang schließlich fest: „Wenn schon bei uns gravierende Menschenrechtsverletzungen vorkommen, wie muss es erst um das Schicksal der Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen bestellt sein.”

Der Superintendent informierte in seinem Bericht ebenfalls über die von Hans-Joachim Schwabe aus der Kirchengemeinde Wassenberg initiierten partnerschaftlichen Aktivitäten des Kirchenkreises mit der evangelischen Kirche in Marokko. Diese wird vom Kirchenkreis bei ihrem Engagement für Flüchtlinge ebenso unterstützt wie bei einem Stipendienprogramm für junge Menschen aus weiter südlich gelegenen afrikanischen Ländern.

Noch am Abend flog Superintendent Jens Sannig von Frankfurt nach Rabat, um dort am Sonntag einen offiziellen Partnerschaftsvertrag zu unterzeichnen.
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