Es wird gesägt, und geschraubt bis der Zug fährt

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Wegberg-Rath-Anhoven. Alle Jahre wieder zieht es die Freunde der guten alten Modelleisenbahn nach Rath-Anhoven in die Kastanienschule.

Denn dort erwartet sie eine Modellwelt, die sich fast durch den gesamten ersten Stock der Schule zieht.

Obwohl Modelleisenbahnen in Zeiten des Nintendo und Wii nicht mehr zu den Highlights für junge Menschen gehören, ist die AG an der Schule sehr begehrt, wie Fritz Wendt weiß.

Bis vor einigen Jahren war er Leiter der Kastanienschule. Die Modelleisenbahnschau gibt es seit 1990 an der Kastanienschule. Alle Schienenteile und Modellhäuser stammen aus Spenden oder wurden von den Schülern unter Wendts Anleitung selber hergestellt.

Denn mit dem Ruhestand war sein Engagement in der Schule noch lange nicht vorbei. Alle zwei Wochen montags trifft er sich mit der rund achtköpfigen Arbeitsgemeinschaft und baut an den Modellwelten. Es wird gesägt, gepinselt und geschraubt.

Alle sechs Monate muss er die Teilnehmer austauschen, um allen Anfragen gerecht zu werden. „Der Vorteil bei der Modelleisenbahn ist, dass man es nicht allein spielen kann”, betont er. „Denn bei dieser Dimension ist Teamarbeit gefragt.”

Beim alljährlichen „Schaulaufen” in der Schule sind auch viele Ehemalige dabei, die einfach nicht von den Miniaturzügen und ihren Welten lassen können. So wie die Zwillinge Lukas und Johannes Engel, die mit 19 Jahren eigentlich nicht mehr zu Wendts Grundschul-Crew gehören.

Bis vor neun Jahren waren sie in der Modelleisenbahn-AG aktiv und kommen heute noch jedes Mal, wenn wieder aufgebaut, getüftelt und geschraubt wird. Die Anlage besteht aus 35 Modulen, die zusammen eine Strecke von rund 50 Metern ergeben.

Natürlich verfügt die Modellwelt über zwei parallel laufende Schienenstränge. In den fünf Bahnhöfen werden es auch schon einmal leicht sechs Schienenwege, um rangieren zu können. Die Bahnhöfe haben Fantasienamen wie Schönblick oder Güglingen und sind wie alle Ortschaften, durch die der Zug rattert, liebevoll gestaltet und detailgetreu nachempfunden.

Von den Bahnhöfen aus wird die Bahn auch gesteuert, sodass jeder einen Abschnitt hat, für den er die Verantwortung übernehmen kann. Die Strecken werden jedes Jahr neu zusammengesetzt. So entstehen immer neu arrangierte Miniaturwelten, die nicht nur in Rath-Anhoven ihre Fans haben.

Denn an beiden Tagen der Ausstellung war die Kastanienschule sehr gut besucht. Neben den Kindern waren es vor allem gestandene Männer, die sich in den Bann der Bahn ziehen ließen. „Auch ich habe zu Hause eine Modelleisenbahn, aber leider nicht den Platz zur Verfügung wie hier”, betont ein Besucher und lässt seinen Blick verträumt über den Gang gleiten, der ausreichend Platz bietet für die Tische, auf denen die Bahn fahren.
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