Es wird gefeiert, um in Ruanda Hilfe zu leisten

Von: defi
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wir fuer ruanda
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Heinsberg-Oberbruch. Die ersten vier Sonderschullehrer in Zentralafrika werden zurzeit in einem Zentrum für Kinder mit geistiger Behinderung in Kibirizi/Butare (Ruanda) ausgebildet. Das kostet Geld.

Der Verein „Wir für Ruanda” sammelt alljährlich möglichst viel Geld, um dieses und zahlreiche andere Hilfsprojekte in Afrika zu ermöglichen. 22.000 Euro brachte 2010 allein das Ruanda-Fest in die Vereinskasse. In diesem Jahr wird der Kassensturz nach dem zweitägigen Fest auf dem Gelände der Oberbrucher Realschule wohl leider nicht so üppig ausfallen.

Dr. Bernd Bierbaum, Gründer und Vorsitzender von „Wir für Ruanda”, brauchte nicht viele Worte zu machen, um festzustellen, was vielen Open-Air-Veranstaltungen in diesem „Sommer” zu schaffen macht: „Tja, wenn das Wetter beteiligt ist...” Zumindest der Sonntag zeigte sich freundlicher. Und so nach und nach trudelten doch die Besucher ein.

James Ebe aus Nigeria schien sich fast über das etwas trübe Wetter zu freuen, sind doch seine beiden Söhne Albinos. Ihre helle Haut verträgt zu viel Sonnenlicht nicht. Ebes Frau und ihre Schwester kümmerten sich mit um das leibliche Wohl der Festbesucher. Gebratener Reis, Kochbananen, gebratener Fisch und frittierte Hefebällchen vermittelten den Gästen einen Hauch von afrikanischer Küche. Wer wollte, konnte sich quer durch die internationale Küche „futtern”. Leckereien aus Nigeria, Mosambik, Dominikanische Republik, Türkei und Griechenland wurden angeboten und auch noch ein paar deutsche Reibekuchen. Wer dann noch nicht satt war, konnte sich an der reich bestückten Cafeteria mit Süßem eindecken.

An beiden Tagen des Ruanda-Festes wurde ein buntes Bühnenprogramm geboten. Einer der Stars war Fatima Deckers-Bierbaum mit ihren Trommeln. Mal spielte sie mit ihrer eigenen Gruppe, mal mit den Kindern aus dem Publikum und mal mit dem Reggaestar Kim 4Love aus Mombasa im Duett. Die Tanzsportgruppe Couscous bot sehenswerte Bauchtanzvorführungen. Auch die Gruppe Inana ließ die Bauchmuskeln spielen. Strings und Voices spielte handgemachte Musik, stressfrei und ohne viel Technik.

Jürgen Wellens begeisterte mit den alten Songs von Cat Stevens, Bob Dylan und Eric Clapton. Der Sunshinechor aus Kleingladbach steuerte Gospelsongs bei. Auch die Big Band aus Oberbruch spielte auf. Weitere Darbietungen boten die step up kids, der Schachtchor der ehemaligen Bergleute von Sophia-Jacoba und die Gruppe Shaolin Combat. Alle Vereine Oberbruchs, die sich an der Durchführung des Festes beteiligten, arbeiteten wie die Unterhaltungskünstler unentgeltlich mit, denn sie wussten: Der gesamte Erlös des Festes geht zu 100 Prozent nach Afrika.

Ein ökumenischer Gottesdienst wurde am Sonntagmorgen mit den Pfarrern Hans Schmitz und Günter Rosenkranz gefeiert. Die Kollekte kommt ebenfalls Hilfsprojekten von „Wir für Ruanda” wie etwa den 100 Schulpatenschaften zugute. Zum Rahmenprogramm gehörte wieder eine große Autoausstellung. Hobbykünstler präsentierten ihre Werke. Liane Häusler-Meuffels aus Übach-Palenberg verkaufte an ihrem Stand afrikanisches Kunsthandwerk, dessen Verkaufserlös der Hilfe in Afrika dient.

Einer, der sich trotz seines hohen Alters immer noch für die Menschen in Afrika einsetzt, ist Pater Dominik, der in Kinshasa lebt. Im Rahmen des Festes erhielt er einen Scheck von „Wir für Ruanda”. Mit dem Geld wird er eine Druckmaschine anschaffen, mit der Schulbücher für Kinder im Kongo gedruckt werden sollen.

Wer möchte mit Spenden Hilfe leisten?

Mehr als zwei Millionen Euro an Geldspenden hat „Wir für Ruanda” in 17 Jahren erreicht. 1113 Tonnen Hilfsgüter wurden verschickt. In der Bilanz stehen außerdem unter anderem: fünf Geländewagen, sechs Laster, vier Kleinbusse, ein Traktor, über 2000 Ziegen, ein aufgebautes Schulgebäude, eine Schulschreinerei und ein komplett saniertes Krankenhaus.

Wer den Verein bei seinen Hilfsprojekten unterstützen möchte, sollte auf das Konto 3007878078 bei der Heinsberger Volksbank (Bankleitzahl 39061981) spenden.

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