„Es ist ein Segen, dass es die Lebenshilfe gibt!“

Von: disch
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Zu Gast in der Lebenshilfe-Werkstatt: Abonnenten konnten in einer manuellen Gruppe Menschen mit Behinderung, die Archivmappen konfektionieren, bei der Arbeit über die Schulter schauen. Fotos (3): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Willkommen bei der Lebenshilfe: Vorsitzender Klaus Meier (r.) und Geschäftsführer Edgar Johnen (l.) begrüßten die Abonnenten unserer Zeitung. Foto: Anna Petra Thomas
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Die Herzlichkeit, mit der die Abonnenten als Gäste bei der Lebenshilfe Heinsberg aufgenommen wurden, war groß und hautnah zu spüren. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Mit Blick auf das 50-jährige Bestehen der Lebenshilfe Heinsberg erinnerte Vorsitzender Klaus Meier an die Anfänge im Jahr 1966, als sich „Betroffene auf den Weg gemacht“ und im damaligen Landkreis Erkelenz Eltern den „Verein zur Förderung und Betreuung spastisch gelähmter und ähnlich körperbehinderter Kinder“ gegründet hatten.

Mit Hilfe eines privaten Darlehens konnte eine Physiotherapeutin eingestellt werden, die Förderangebote für Kinder mit körperlicher Behinderung entwickelte und die Familien vor Ort besuchte. Die Entwicklung der Lebenshilfe, dieses eingetragenen Vereins mit einem ehrenamtlichen Vorstand an der Spitze, im Laufe der fünf Jahrzehnte ist beeindruckend. Davon konnten sich jetzt 20 Abonnenten unserer Zeitung bei einem Besuch des Lebenshilfe-Standortes in Oberbruch im Rahmen der ­Aboplus-Reihe überzeugen. Abonnent Hans Dorp fasste die Informationen und Ein­drücke treffend zusammen: „Es ist ein Segen, dass es die Lebenshilfe gibt!“

Mit den Schwerpunkten „Kinder, Wohnen, Arbeiten und mehr...“ begleitet, unterstützt und berät die Lebenshilfe Heinsberg, die kreisweit an über 30 Standorten vertreten ist, heute rund 1800 Menschen mit Behinderung – mit einem Team aus mehr als 850 Pädagogen, Therapeuten und medizinischem Fachpersonal, Technikern, Handwerkern und Verwaltungsangestellten, die von rund 300 freiwillig Engagierten unterstützt werden.

Bei den Kindern reicht das Spektrum von der Frühförderung über das Autismuszentrum bis zu den Kitas. Sechs Wohnstätten und zwei Wohnverbunde hat die Lebenshilfe, die unter anderem auch den Familien unterstützenden Dienst oder den Pflegedienst anbietet. Aber auch das „Mehr“ ist nicht zu vergessen: mit Aktivitäten unter anderem vom Freizeitclub Treffpunkt, dem Borussia-Mönchengladbach-Fanclub „Blaue Welle“ oder der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle, aber auch mit der wichtigen Lebenshilfe-Stiftung.

1100 der betreuten Menschen mit Behinderung haben in den vielseitigen Werkstattbetrieben der Lebenshilfe – von der Metallverarbeitung über die Landschaftspflege und vieles mehr bis zur Aktenvernichtung – einen Arbeitsplatz gefunden. Die Abonnenten konnten bei ihrem Besuch in Oberbruch in einer manuellen Gruppe den Mitarbeitern über die Schulter schauen, die an diesem Nachmittag fingerfertig unter anderem Archivmappen konfektionierten und versandfertig verpackten.

Wie Werkstattleiter Dirk Voß erklärte, kämen die Auftraggeber aus allen Branchen, von A wie Automobilzulieferer bis Z wie Zeitschriftenhandel – rund 500 Unternehmen aus der näheren und weiteren Umgebung. „Wir haben gut zu tun.“ Bei jedem möglichen Auftrag seien von der Lebenshilfe-Werkstatt, die sich trotz ermäßigtem Umsatzsteuersatz erst einmal mit konkurrenzfähigen Angeboten auf dem Markt durchsetzen müsse, sorgfältige Überlegungen anzustellen: Wie ist der Auftrag effektiv abzu­wickeln? Schließlich seien die Löhne und die Maschineninvestitionen zu erwirtschaften. Wie können aber trotzdem möglichst viele Mitarbeiter in den Arbeitsprozess integriert werden? Welche Maschinen sind speziell für die Menschen mit Behinderung herzurichten? Die Qualitätskontrolle sei wichtig, sagte Voß, wobei er mit Lob für die Mitarbeiter nicht sparte: „Die Reklamationen gehen gegen null.“

Im Förderbereich gehören schwerst- oder mehrfachbehinderte Menschen der Werkstatt an – für sie eine soziale Einbindung und eine gewisse Absicherung, für ihre Familien zugleich eine Entlastung. Wobei auch da laut Voß stets ein Augenmerk darauf gerichtet wird, ob Mitarbeiter mit einfachsten Arbeitsschritten in andere Gruppen integriert werden können.

Der Rundgang führte die Abonnenten auch durch die Schreinerei, deren Tätigkeitsfeld von Paletten- und Transportbau über Fertigung von Regalsystemen oder Messe- und Produktionsständen bis hin zu modernem Möbel- und Innenausbau reicht.

Mit dem Neubau des Lebenshilfe-Centers in Oberbruch ist auch eine neue Großküche entstanden. Dort werden täglich 1200 warme Essen frisch zubereitet, wie Küchenleiter Uwe Heider erklärte. So viel wie möglich werde dabei selbst gemacht, sagte er und vergaß nicht zu erwähnen, dass natürlich auch in diesem Bereich Menschen mit Behinderung als Arbeitskräfte eingebunden sind. Gekocht wird nicht nur für die eigenen Werkstattbetriebe, sondern unter anderem auch für die Rurtal-Schule, die Förderschule in Oberbruch, und im Auftrag des Kreises und in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz für die Flüchtlingsunterkunft in der Geilenkirchener Selfkant-Kaserne. Ein ganz neues Element in der Großküche ist die Konditorei. Wie gut diese arbeitet, dies durften die Abonnenten gleich nebenan im Lebenshilfe-Café Lesbar „testen“, wo der Besuch mit einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen ausklang.

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