Kreis Heinsberg - Erziehungsplattform „Starke Eltern - starke Kinder”: Keine Patentrezepte

Erziehungsplattform „Starke Eltern - starke Kinder”: Keine Patentrezepte

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
starke-fo
Die Projektleiterinnen Nicole Stumpf (M.) und Annett Pudlowsky (3.v.l.) begrüßten neben Eltern auch Christian Ehlers vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Jülich und Birgit Gerhards (r.) von der Stadt Geilenkirchen zur Vorstellung von „Starke Eltern - starke Kinder” in Geilenkirchen. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. „Wir sind eigentlich eine ganz normale Familie: Mutter, Vater, drei Kinder, wir haben aber trotzdem unsere Probleme”: so fasste es eine Mutter zusammen, die im Projekt „Starke Eltern - starke Kinder” in Geilenkirchen teilnehmen konnte.

Der Migrationsfachdienst der Diakonie im Kreis Heinsberg führt in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Erkelenz und dem vom Sozialamt der Stadt Geilenkirchen dieses Projekt durch, das mittwochs in den Räumen der Katholischen Grundschule (KGS) Brucknerstraße in Geilenkirchen statt. Hier wissen Mütter ihre Kinder in der gleichzeitig stattfindenden Betreuung in der Schule sicher aufgehoben und können sich in einem ganz anderen Raum einmal ihren ganz konkreten Problemen in der Erziehung widmen.

Annett Pudlowsky und Nicole Stumpf wissen dabei als Mütter und Erziehungsprofis genau, dass jede Familie, jede Eltern-Kind-Beziehung ihre ganz eigenen Schwierigkeiten haben kann. Sie leiten Projekt und gewährten einmal einen halbstündigen Blick in eine typische Gruppensitzung werfen.

Wer einen sozialen Schaukasten erwartet hat, wird eines Besseren belehrt, denn hier finden Mütter, aber auch Väter, aus allen sozialen Schichten eine Möglichkeit und auch mit Migrationshintergrund, ihr individuelles Erziehungsmodell zu finden. Und dazu müssen erst einmal die Probleme auf den Tisch gelegt werden. Und natürlich sind es ganz unterschiedliche Schwierigkeiten, die hier auf den Tisch kommen.

Für die Stadt Geilenkirchen bot das vom Diakonischen Werk initiierte und an das vom Kinderschutzbund Deutschland angelehnte Elternkursmodell eine Chance, Erziehungsprobleme individuell zu lösen. „Wir haben im Vorfeld überlegt, welche Eltern wir kennen, die Vorreiter sein können”, fasste Birgit Gerhards vom Sozialamt zusammen. Und Christian Ehlers von der Integrationsagentur des Diakonischen Werkes, freute sich, die Stadt mit im Boot zu haben. „Denn wir können das Angebot machen, aber wir brauchen Menschen vor Ort, die das annehmen.”

Dass das Anklopfen bei dem Projekt nichts Ehrenrühriges ist, stellten auch die Eltern fest. „Es ist aber immer noch so, dass man von Kopf bis Fuß angeschaut wird, wenn man anderen Eltern erzählt, dass man sich Hilfe holt”, berichtet eine Mutter. Festzustellen, dass diese Scham fehl am Platz ist, wenn es gilt, Lösungsansätze zu finden, gehörte ebenso zu den Ergebnissen des Projektes wie der Kampf gegen das ungute Gefühl, nicht richtig „zu funktionieren”, wie es eine Mutter ausdrückte, wenn das Kind aus der normierten Reihe tanze.

„Es ist einfach ganz wichtig, in einer Konfliktsituation ganz in Ruhe und wertschätzend miteinander umzugehen”, machte Nicole Stumpf klar. Und das müsse immer speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Erziehungssituationen abgestimmt werden. „Denn Jeder ist anders, da gibt es kein Richtig oder Falsch - eine Lösung passt nicht auf alle Familien”, unterstrich abschließend Annett Pudlowsky.

Ein in fünf Stufen aufbauendes Familienmodell, das ohne Gewalt auskommt, beinhaltet „Starke Eltern - starke Kinder”.

Diese Stufen sind: 1. Klärung der Wert- und Erziehungsvorstellungen in der Familie im interkulturellen Kontext, 2. Festigung der Identität als Erziehende, 3. Stärkung des Slebstvertrauens zur Unterstützung kindlicher Entwicklung, 4. Bestimmung von klaren Kommunikationsregeln in der Familie unter besonderer Berücksichtigung der Situation von Familien mit Migrationshintergrund und 5. Befähigung zur Problemerkennung und -lösung.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert