Erzeugerpreise für Milch und Fleisch drastisch gefallen

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Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg und Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes: Bernhard Conzen. Foto: RLV

Kreis Heinsberg. 25 Cent für einen Liter Milch, 26 Cent von 200 Gramm Wurst, ein Cent von einem Brötchen: Das, was Landwirte für Lebensmittel erhalten, wird nach Angaben der Kreisbauernschaft Heinsberg immer weniger.

„Die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch sind in den vergangenen Monaten drastisch gefallen. Die Situation der Bauernfamilien ist seit über einem Jahr äußerst angespannt“, betonte Bernhard Conzen, der nicht nur Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg, sondern auch Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes ist.

Die rheinischen Bauern machten am Mittwoch in den Fußgängerzonen in Gummersbach und Essen-Kettwig mit Aktionen für eine höhere Wertschätzung und gegen Schleuderpreise für Nahrungsmittel auf sich aufmerksam. Die Bauern informierten über ihre wirtschaftliche Situation und boten Lebensmittel zu dem Preis an, den Verbraucher bereit wären zu zahlen.

Nicht wenige Bauern müssen nach Darstellung der Kreisbauernschaft um ihre Existenz fürchten. „Der Lebensmitteleinzelhandel übt großen Preisdruck aus. Vier Unternehmen teilen sich 85 Prozent des Marktes auf. Landwirte, die unsere Lebensmittel eigentlich herstellen, erhalten heute im Durschnitt nur noch 22 Prozent von dem, was Verbraucher an der Ladenkasse ausgeben.

Bei Brot & Co sind es sogar nur noch fünf Prozent“, erklärte Bernhard Conzen. Während die Erzeugerpreise der Landwirte gesunken seien, hätten sich die Preise für die Verbraucher wenig verändert. Die Spannen verblieben bei den Vermarktern, Verarbeitern und dem Lebensmitteleinzelhandel. Gleichzeitig schrieben immer mehr landwirtschaftliche Betriebe rote Zahlen und gerieten unter massiven wirtschaftlichen Druck.

„Die deutschen Bauern wollen nachhaltig produzieren. 77 Prozent der Verbraucher geben an, großes Vertrauen in deutsche Lebensmittel zu haben. Aber ohne wirtschaftlichen Erfolg lässt sich das auf Dauer nicht machen“, so der Vorsitzende. Die Bauern machten mehr als nur „satt“. Sie produzierten gute, heimische Lebensmittel, pflegten die Kulturlandschaft, erzeugten erneuerbare Energie und hielten das Dorfleben zusammen.

Eine nachhaltige Landwirtschaft und eine Lebensmittelerzeugung zu hohen Standards mit Rohstoffen „made in Germany“ mittel- und langfristig dürfe nicht gefährdet werden. Stattdessen wollten die Bauern gemeinsam mit den Verbrauchern Preise einfordern, die allen Akteuren der Lebensmittelkette eine Perspektive und eine Weiterentwicklung ermöglichen würden.

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