Erweiterungsbau steht auf 20 Pfählen

Von: Rainer Herwartz
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Das Verblendmauerwerk des neue
Das Verblendmauerwerk des neuen Gebäudes am Städtischen Krankenhaus in Heinsberg bedeckt eine Fläche von fast 900 Quadratmetern. Der Rohbau des viergeschossigen Anbaus ist fertig. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Es ist ein imposantes Bild: Innerhalb nur eines halben Jahres schmiegt sich mittlerweile nach dem neuen Medizinzentrum nun schon der zweite beeindruckende Klinkerbau an das Städtische Krankenhaus in Heinsberg.

Am Donnerstag stand das Richtfest zum Anbau der Ambulanz-Erweiterung, der neuen Zentralsterilisation sowie der Palliativstation und der zentralen Aufnahme-Station im Terminkalender der Stadt. Auf 20, etwa sieben Meter langen Bohrpfählen reckt sich der viergeschossige Rohbau, indem allein 15 Kilometer Strom- und Datenkabel verbaut wurden, gen Himmel.

Eine Herausforderung

„Ein Bauprojekt dieser Größenordnung stellt für alle am Bau Beteiligten sicherlich unter vielfältigen Aspekten eine Herausforderung dar”, erklärte Bürgermeister Wolfgang Dieder, nachdem er unter einer Vielzahl von Gästen auch den Architekten Gerd Goebgens und sein Team begrüßt hatte. Schon die Baustelleneinrichtung sei logistisch anspruchsvoll gewesen, da nur eine sehr kleine Fläche für die Aufstellung des Kranes und der Baubuden, für die Materiallagerung und für die Beschickung der Baustelle zur Verfügung gestanden habe.

900 Kubikmeter Beton und über 100 Tonnen Stahl seien eingebaut worden. Das Verblendmauerwerk des Gebäudes bedecke eine Fläche von fast 900 Quadratmetern. „Und das sind nur die wichtigsten Leistungsteile, die vom Rohbauer zu erbringen waren”, meinte Dieder lobend in Richtung Rainer und Ludwig Florack. Sie hätten sich exakt an den vorgegebenen Bauzeitenplan gehalten. Viele Arbeiten mussten wegen des laufenden OP-Betriebes ausschließlich morgens vor 8 Uhr durchgeführt werden.

Januar als Ziel gesetzt

„Wenige Tage, nachdem die Betondecke auf dem ersten Obergeschoss des Anbaus fertig gegossen worden war, wurde bereits mit dem Fertigausbau der darunter befindlichen Etage begonnen. Zu diesem Schritt hatten wir uns entschlossen, da wir unbedingt bereits im Januar die neue Zentralsterilisation in Betrieb nehmen wollten und das auch gemacht haben”, erklärte der Bürgermeister auch in seiner Funktion als Verwaltungsratschef. In vorbildlicher Art und Weise hätten die am Bau beteiligten Firmen Hand in Hand gearbeitet.

Auch die Haushandwerker des Krankenhauses vergaß Dieder dabei nicht. „Unser Handwerkerteam hat im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss des Anbaus die gesamte technische Ausrüstung installiert. Dabei waren allein fast 250 m Abwasserrohre, 200 m Wasser- und über 100 m Heizungsleitung zu verlegen, dazu kamen 150 m Kupferleitungen für medizinische Gase. Auch 50 Heizkörper waren anzuschließen.”

Durch die Ambulanzerweiterung im Erdgeschoss und teilweise im ersten Obergeschoss zollt das Krankenhaus nun dem deutlich höheren Raumbedarf Tribut, der aus dem ständig steigenden Patientenzustrom in der Ambulanz resultiert. Auf der ersten Etage befindet sich die neue Zentralsterilisation des Krankenhauses. „Hier wurde knapp eine halbe Million Euro allein in die Einrichtung investiert”, sagte Dieder. „Dafür können wir jetzt für die Sterilgutaufbereitung auf die modernste Technik, die zurzeit am Markt erhältlich ist, zurückgreifen.” Seit dem 1. Oktober letzten Jahres wird der Bereich von Ulrike Krüger geleitet.

Auch auf der 2. und 3. Etage wurde mittlerweile mit den Ausbauarbeiten begonnen. „Im 2. Obergeschoss wird bekanntlich eine neue Palliativstation ihre Heimat finden”, so Dieder weiter. „Wir hoffen, Anfang Juli die ersten Patienten auf dieser Station betreuen zu können.” Auf der Station sollen insbesondere unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase betreut werden. Eigens hierzu hat sich ein Förderverein gegründet mit Renate Beumers-Rulands, Ludwig Florack, Franz Jakobs, Heinz-Peter Hilgers und Dr. Peter Kolen an der Spitze. „Schon jetzt möchte ich Ihnen für Ihr Engagement zur Unterstützung unserer Palliativstation danken”, zollte der Bürgermeister den Ehrenamtlern seinen Respekt.

Auf der 3. Etage schließlich wird die Zentrale Notaufnahmestation eingerichtet. Dies sei „für unsere Region ein sehr innovatives Konzept eines Aufnahmemanagements für stationäre Patienten”, ist Dieder sicher. Besonders die Patienten mit einem unklaren Krankheitsbild sollen auf der Station von medizinischen Fachkräften verschiedener Fachabteilungen betreut werden. Durch ein spezielles Patientenmonitoring werde dort eine ununterbrochene Überwachung der Patienten möglich sein. Zudem gebe es bei bestimmten Infektionen entsprechend vorbereitete Unterbringungsmöglichkeiten.

Qualitätssteigerung

„Nach Vollendung dieses Bauwerkes wird unser Krankenhaus einen weiteren bedeutenden Schritt zur Qualitätssteigerung in der Patientenversorgung machen können. Wir investieren alleine für dieses Projekt rund 3,5 Millionen Euro. Für eine weiterhin hochwertige, wohnortnahe Versorgung der Bürger ist unser Krankenhaus damit auch für die Zukunft bestens aufgestellt”, schloss Dieder, ehe Zimmerermeister Karl-Heinz Hesselmann den Richtspruch vortrug.
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