Erkelenz - Erstes Geläut nach 210 Jahren: Neue Glocke in Hohenbusch

Erstes Geläut nach 210 Jahren: Neue Glocke in Hohenbusch

Von: Christian Bosten
Letzte Aktualisierung:
Die drei Kreuzherren: Jon Leer
Die drei Kreuzherren: Jon Leers (v.l.), Christian Aarts und Gerard Vos gemeinsam mit Pastor Werner Rombach (3. v.l.) unter der Neuen Glocke auf Haus Hohenbusch.. Foto: Bosten

Erkelenz. Die Uhr zeigt genau 11.35 Uhr. Hell erklingt der Ton der neuen Glocke von Hohenbusch, die aus Anlass des Pfarrfestes von Pastor Werner Rombach geweiht wurde. Passend zu dieser Zeremonie setzte sich die Sonne zwischen den Bäumen durch und ließ die Glocke in ihrem besonderen Glanz erstrahlen.

Vor rund 210 Jahren, am 13. Januar 1802, läutete letztmals die Glocke am Kreuzherrenkloster. Erst vor wenigen Jahren war es gelungen, die Klosterkirche, die infolge der Säkularisation zu Zeiten von Konsul Napoleon im Jahre 1802 abgebrochen worden war, wiederzufinden.

Um die Kirche, die parallel zum Herrenhaus angesiedelt war, wieder zum Leben zu erwecken, ist ein Bodendenkmal von 30 Meter Länge und acht Meter Breite errichtet worden. Gegenüber dem Kreuz der Erinnerung fand die neue Glocke der Tonart B mit einem Glockenstuhl, der von zwei Stahlträgern gehalten wird, seinen Platz.

In vier Metern Höhe schwebt die Bronzeglocke und sorgte beim ersten Gongschlag für Begeisterung bei den zahlreich erschienenen Besuchern des Gottesdienstes. Getreu dem Bau der ehemaligen Kirche war für den Festgottesdienst ein Zeltdach errichtet worden, um eine symbolische Verbindung zum Gotteshaus zwischen dem Kreuz der Erinnerung und der neuen Glocke herzustellen.

Schon zu Beginn des Gottesdienstes zeigte sich Pastor Rombach begeistert: „Für mich war es ein erhebendes Gefühl, in den heiligen Bereich zu treten, wo die Kirchen gestanden hat”. Gemeinsam mit dem Pastor feierten die drei Kreuzherren Pater Jon Leers, Pater Christian Aarts und Pater Gerard Vos den Gottesdienst.

Pater Aarts erklärte in seinen Begrüßungsworten, dass das ehemalige Kreuzherrenkloster in Hohenbusch das älteste Kloster seiner Art sei. Der christliche Orden der regulierten Chorherren sei 1210 durch Theodorus von Celles im belgischen Huy, in der Provinz Lüttich, gegründet worden. Getreu der Ordensregel „In Cruce Salus” („Im Kreuz ist heil”) steht das Kreuz symbolisch für das Leben. Mit Bedauern fügte er jedoch an, dass es in Deutschland nur noch sieben Kreuzherren gäbe. Der größte Orden ist heute noch in Indonesien beheimatet.

Pastor Rombach richtete seinen persönlich Dank an all diejenigen, die unter der Federführung von Heinz Küppers zu diesem Ereignis beigetragen haben. Jeden Sonntag um 12 Uhr soll die Glocke in Hohenbusch läuten. Gleichzeitig sind zweimal im Jahr während des Bauernmarktes und beim Pfarrfest Gottesdienste in Hohenbusch geplant. Passend zu diesem historischen Ereignis fasste Pastor Rombach seine eigene Gefühlswelt zusammen: „Ich feiere gerne draußen Gottesdienste. Es ist ein sehr schönes Gefühl, dass viele Menschen mitgefeiert haben. Aus jeder Gemeinde waren Mitglieder hier und wohl gestimmt. Für mich persönlich eine ganz tolle Sache.”
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