Erster Schultag: Ein teures „Vergnügen”

Von: syn
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Lothar Mettmann und Gabriela Jansen, die Gründerin der Wegberger Tafel, staunen mit der 12-jährigen Tina. Die staunt nicht nur, sondern freut sich über die neue Ausrüstung für den Schulanfang. Foto: H. Schmitz

Wegberg. Am kommenden Montag beginnt die Schule. Für viele Familien ist der erste Schultag des neuen Schuljahres mit einigem finanziellen Aufwand verbunden. Denn es müssen neue Hefte, Ordner und andere Schulutensilien gekauft werden. Gerade für Familien mit wenig Geld stellt dies immer wieder ein ziemliches Problem dar.

Davon wissen Gabriela Jansen und ihre Mitstreiter von der Wegberger Tafel ein Lied zu singen, denn viele der Tafelbesucher haben Kinder im schulpflichtigen Alter und stehen jedes Jahr vor demselben Problem. Umso erfreuter waren sie, als Lothar Mettmann die Initiative ergriff, um zu helfen.

Mettmann betreibt das Warenhaus „MeWa”, das gegenüber den Tafelräumen am Rathausplatz liegt. „Ich sehe ja immer, was bei der Tafel los ist”, so Mettmann. „Vor allem die Kinder der Besucher tun mir leid, denn sie können ja am wenigsten für die Situation der Familie.” So nahm er gerne den Vorschlag einer Mitarbeiterin auf und begann mit einer einzigartigen Initiative. „Die Schule stellt heute in den Familien einen erheblichen Kostenfaktor dar”, erklärt er. „Schon der Bedarf am Anfang des Schuljahres geht ordentlich ins Geld.”

Da er in seinem Sortiment auch Schulartikel führt, lag die Lösung nah. Angestoßen wurde die Hilfsaktion übrigens von einer Mitarbeiterin. Die Idee: Jeder Kunde kann, wenn er will, auch direkt ein paar Schulartikel kaufen und für die Tafelbesucher spenden. Knapp 150 Kunden machten bei der Aktion mit und kauften einen oder mehrere Schulartikel, die dann umgehend in die Spendenkisten kamen. Insgesamt kamen auf diese Weise vier prall gefüllte Kisten mit Heften, Büchern, Füllern, Geodreiecken, Malkästen, Zirkeln und anderen Schulartikeln zusammen.

Die Sachspenden hatten einen Gesamtwert von über 500 Euro. „Vielleicht”, so betonte Mettmann, „haben wir ja ein Zeichen gesetzt und bewegen so die Bürger, auch aktiv zu helfen.” Gabriela Jansen war bei der Spendenübergabe überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft. „Das zeigt uns, dass unsere Arbeit von den Mitbürgern akzeptiert und unterstützt wird”, erklärte sie.

Auch die 12-jährige Tina freute sich über ihren neuen Malkasten und die bunten Ordner und das neue Griffelmäppchen, mit denen sie am Montag zur Schule antreten kann. Denn mit dem richtigen Material macht Lernen sofort mehr Spaß.
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