Erst Flüchtlingsunterkunft, dann Sozialwohnung?

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Kreis Heinsberg. Vor dem Hintergrund steigender Flüchtlingszahlen und dem damit auch wachsenden Bedarf an Wohnraum hat die Industriegewerkschaft Bauen-­Agrar-Umwelt (IG BAU) neue Wege in der Flüchtlingsunterbringung gefordert.

Die Gewerkschaft schlägt den Bau von Wohnungen vor, die zunächst für Einwanderer und später als Sozialwohnungen genutzt werden sollen. Dafür sollen private Investoren gewonnen werden.

„Von einem solchen Kombi-­Modell könnte der Kreis Heinsberg auf lange Sicht enorm profitieren“, erklärt Friedrich Feldmann. Der Bezirkschef der IG BAU Aachen sieht dafür zwei Gründe: „Einerseits müssen die Menschen, die ein Bleiberecht bekommen, anständig untergebracht werden. Zum ­anderen sind Sozialwohnungen Mangelware. Seit Jahren schrumpft ihr Bestand“, kritisiert Feldmann. Für einkommensschwache Familien werde es immer schwieriger, eine preiswerte Wohnung zu finden.

Laut NRW.Bank sei die Zahl der öffentlich geförderten Sozialwohnungen zwischen 2003 und 2013 im Kreis Heinsberg um rund 18 Prozent auf etwa 4430 gesunken. Die IG BAU fordert deshalb laut Feldmann von der Politik, wieder deutliche stärkere Anreize für den Bau von Sozialwohnungen zu schaffen.

„Wir brauchen ein Modell, das den sozialen Wohnungsbau mit der Unterbringung von Flüchtlingen koppelt“, so Feldmann. Denkbar sei ein Programm mit steuerlichen Anreizen oder einer gezielten Investitionszulage für private Investoren oder Wohnungsbaugesellschaften. Demnach könnten die neu errichteten Gebäude für einen festen Zeitraum Flüchtlingen zur Verfügung stehen – mit einem garantierten Mietpreis. Im Anschluss würden sie als Sozialwohnungen genutzt – etwa mit einem Wohnberechtigungsschein.

„Flüchtlinge sind die Mieter von morgen. Denn ein Großteil von ihnen wird längerfristig im Kreis Heinsberg bleiben“, so Feldmann weiter. Angesichts steigender Einwanderungszahlen sei beim Neubau zügiges Handeln gefragt. Dabei dürfe die Bürokratie nicht im Weg stehen.

„Die Schaffung neuen Wohnraums ist eine Aufgabe aller. Besonders der Bund und die Länder stehen hier in der Verantwortung“, so der Gewerkschafter.

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