Eröffnung des Kulturhauses Selfkant

Von: agsb
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Hubert Ruers (li.), stellvertr
Hubert Ruers (li.), stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Selfkant, überreicht den Hausschlüssel an Gottfried Engendahl vom Förderverein Kulturhaus. Foto: agsb

Selfkant-Höngen. Im Namen des Kulturvereins Selfkant begrüßte der Vorsitzende Gottfried Engendahl viele Gäste zur Eröffnung des „Kulturhaus Selfkant”. Gleichzeitig feierte Höngen „100 Jahre alte Schule”. Ein besonderes Hallo, verbunden mit gleichzeitigem Dank ging an die vielen freiwilligen Helfer.

„Nach anfänglichen Überlegungen, dieses Haus zu erhalten und einer neuen Bestimmung zuzuführen, wurde die Idee geboren, dieses Haus als Stätte für Kunst und Kultur und Treffpunkt für Jung und Alt herzustellen”, so Engendahl. Der Kulturverein Selfkant sei gegründet worden und habe die Voraussetzung zur Umsetzung des Projektes „Haus für Kunst und Kultur”, kurz „Kulturhaus Selfkant”, geschaffen. „Erfolgreich wurde diese Idee im ILEK-Programm als Nachfolgeprojekt des Leader-Programms vorgetragen und dort umgesetzt”, erläuterte Engendahl.

Ferner verkündete der Vorsitzende des Kulturvereins, dass eine stolze Summe von 140.000 Euro von der Bezirksregierung als Zuschuss bewilligt worden sei. Besonders die Gemeinde Selfkant habe das Projekt bei der Suche nach Fördergeldern unterstützt.

Heinz-Hubert Ruers von der Gemeinde erhielt im Rahmen der kleinen Feierstunde den Hausschlüssel vom Architekten und gab diesen dann unter großem Applaus an Gottfried Engendahl weiter.

Nach den Festreden segnete Pfarrer Ralf Schlösser das Gebäude ein und wünschte sich in seiner Ansprache ein Mehrgenerationenhaus in den neuen Räumen.

Ruers zeigte sich in seiner kurzen Festrede beeindruckt. „Ich bin sehr überrascht. Die Räume sind sehr historisch und sehr aufwendig wieder hergestellt worden. Ich finde es eine hervorragende, gelungene Arbeit, die mehr als Anerkennung verdient. Man kann allen nur danken, die mitgeholfen haben und auf jedes kleine Detail geachtet haben, so dass dieses Ergebnis entstanden ist”, gratulierte Ruers zum ehrenamtlichen Engagement. „Ich wünsche mir natürlich, dass durch dieses Haus das Kulturleben im Selfkant weiter gepflegt und vorangetrieben wird”, meinte Ruers.

Beim Rundgang wurden nicht nur die zahlreichen Stuckarbeiten - Stuckdecken im Stil der Jahrhundertwende (1900) - bewundert. Das Schulgebäude wurde 1911 erbaut; als erste Lehrperson wurde im Mai 1912 Helene Pauls begrüßt. In alten Dokumenten wird sie als Junglehrerin bezeichnet, die zusammen mit ihrer Schwester Klara die erste Lehrerwohnung im vorderen Gebäude zugewiesen bekam. Bis 1969 sind hier Tausende Kinder zur Schule gegangen.

Die Wohnungen (vorher Lehrerdienstwohnungen) wurden weiter genutzt, standen dann lange Zeit leer und wurden danach unter anderem als Obdachlosenwohnungen bis Anfang 2000 benutzt. Der hintere Bereich der Schule war nach der Schließung der Schule Lagerraum der Firma Stoffels. Der obere rechte Raum wurde der Jugendgruppe CAJ Höngen durch die Firma kostenlos zur Verfügung gestellt, hier hatte später das Jugendzentrum „Alte Schule” sein Zuhause.

Ursprünglich war nur die Sanierung des Wohnhauses geplant, dank guter Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum überdachten die Verantwortlichen jedoch das Gesamtkonzept. Die Alte Schule wurde zu einer Einheit „verarbeitet”, die Räume miteinander verbunden.

Engendahl beschrieb zwar die größeren Aufgaben mit neuen Herausforderung, aber dies schien die Ehrenamtler eher zu motivieren. „Während der Bauphase stellte sich immer deutlicher der schlechte Zustand des Gebäudes heraus. Decken mussten wegen des schlechten Zustandes erneuert werden. Einbrüche und mutwillig herbeigeführte Wasserschäden in der Planungsphase verschlimmerten den Zustand des Hauses erheblich. Die Mauern der alten Toilettenanlage brachen, beim Abriss des Daches teilweise zusammen”, blickte Engendahl zurück.

„Hier ist etwas ganz Besonderes entstanden. Ganz stolz bin ich auf die ältere Generation, die sich zusammen mit der Jugend für die Erhaltung des Hauses eingesetzt und gemeinsam nach Lösungen gesucht hat. Hier haben wirklich viele Tag und Nacht geackert, denn großes Geld war nicht da”, so Höngens Ortsvorsteherin Ruth Deckers. „Dieses Haus wird absolut mit Leben erfüllt”, freute sich Deckers nicht nur auf eine Bücherei. Zur Eröffnung präsentierten bereits heimische Künstler ihre erste Kunstausstellung im Haus. Es herrschte Hochbetrieb im neuen Kulturhaus mit einem bunten Rahmenprogramm.
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