Erntedankfest rundet eine gute Saison ab

Von: hama
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Die Mitglieder der Interesseng
Die Mitglieder der Interessengemeinschaft „Alte Traktoren” aus Waurichen hatten beim Verladen der Rüben wieder ihr Publikum rund um das Erntedankfest der Selfkantbahn. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt-Schierwaldenrath. Wenn in der Museumshalle der Selfkantbahn Adventskränze der besonderen Art angeboten werden, wenn Günther Steinhauer ein Resümee der letzten Monate zieht und Helmut Kommans die Waage fragt, ob denn sein Nikolauskostüm noch passt, dann wird Erntedank in Schierwaldenrath gefeiert, dann steht der Saisonabschluss an.

Und alle die, die sich in den vergangenen Monaten vorgenommen haben, nochmal mit der historischen Eisenbahn zu fahren, mussten es am letzten September-Wochenende tun. Und es war noch einmal richtig viel los rund um den Bahnhof in Schierwaldenrath. Soviel, dass ein Zugleitbetrieb eingerichtet war, der - mit zwei Leuten besetzt - das Fahren der vier Dampflokomotiven koordinierte.

„Ich kann mich nicht erinnern, dass wir hier mal so viele Loks auf einmal im Einsatz hatten”, so Günther Steinhauer von den Selfkantbahnern, der auch wusste: „Mehr Lokomotiven sind auch zu den besten Zeiten der Kreisbahn nie im Einsatz gewesen!” Während Liselotte Kommans mit Plastikfolie zum Bücherstand rannte und Petrus ein „Der Regen war aber nicht gemeldet” entgegenrief, war ihr Mann Helmut damit beschäftigt, die Absperrungen für die historischen Landmaschinen und Traktoren zu stellen, die in einer Kooperation mit dem Bauernmuseum Tüddern diesmal zum Abschlussfest das landwirtschaftliche Arbeiten in diversen Konstellationen demonstrierten.

Da wird es zumindest einen Landwirt geben, der in nächsten Tagen feststellt, dass sein Stück so gründlich noch nie gepflügt worden ist. Lanz Bulldog ist unter den Freunden dieser Technik ein Zauberwort. Guido Krings aus Süsterseel hat so eine Maschine, deren Tuckern im Leerlauf durch Mark und Bein geht. In diesem Geräusch ging unter, warum er die Maschine ausmachen, Diesel beipumpen, ein großes Rad hin und her drehen musste, bevor das Gerät wieder anfing zu tuckern - diesmal angeblich „andersrum”. Der einsetzende Regen machte den Schleppern natürlich nichts; für die Wein- und Champagnerhändlerin Kathrin Küpper war er ein Segen. Denn viele der Gäste retten sich unter ihr Zelt.

Da kam natürlich ein Gläschen vom prickelnden Schaumwein oder vom guten Roten ganz gelegen. Es ist noch nicht abschließend zusammen gezählt, aber Günther Steinhauer geht davon aus, dass die Zahl der Fahrgäste mit der des Vorjahres zu vergleichen ist; die Saison war also gut. Alle zehn Ehrenlokführer-Kurse waren mit je acht Teilnehmern ausgebucht; für die Frühstücksfahrten gab es schon zeitig keine Karten mehr, und Meisterkoch Rainer Hensen hatte bei der kulinarischen Selfkantbahn keine freien Tische mehr. 600, doppelt so viele Gäste wie im Vorjahr gönnten sich eine Spargelfahrt.

Während die kleine Phönix 5 und die Dampflok der Harzer Schmalspurbahnen als Gastbahnen neben den zwei Zugpferden der Selfkantbahn ihren Dienst taten, erinnerten Mitglieder der 16 Jahre alten Interessengemeinschaft „Alte Traktoren” aus Waurichen alle Autofahrer daran, wie „barrierefrei” es doch noch auf den Landstraßen zuging, als die Rüben mit der Selfkantbahn zur Zuckerfabrik transportiert wurden. Das wird vom Publikum immer gerne angenommen und viele Leute wollen sehen, wie die Rüben von der Rampe aus in die Waggons der Eisenbahn geladen werden. Womit man beim Problem wäre: Der Höhenunterschied Rampe - Waggonboden beträgt locker mal fünf Meter.

Die Rüben runterschmeißen ist kein Problem; sie nachher wieder - für die nächste Demonstration - auf den Anhänger zu kriegen, ist eine schweißtreibende Handarbeit. Mit einem „doppelten Boden” ist man dieser Arbeit jetzt Herr geworden. Rüben runterschmeißen, Beifall ernten, Traktor mit Anhänger vor den großen Waggon fahren, Klappe öffnen und alles ist wieder auf Anfang.

Das Ende der Selfkantbahn-Saison ist ja gar kein richtiges Ende, denn jetzt laufen die Vorbereitungen für die Nikolausfahrten, die am 1. Dezember beginnen.
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