Gangelt/Geilenkirchen - Erntedank bei der Selfkantbahn: Andrang ist groß

Erntedank bei der Selfkantbahn: Andrang ist groß

Von: mabie
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Mächtig was los war auf den nicht allzu breiten Bahnsteigen der historischen Schmalspurbahn, deren Anziehungskraft zu jeder Jahreszeit einfach ungebrochen zu sein scheint. Foto: Markus Bienwald
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Ein Dampfzug, beladen mit historischen Landmaschinen: so etwas gibt es in unserer Region wohl nur bei der Selfkantbahn zu bestaunen.

Gangelt/Geilenkirchen. Es ist wohl etwas dran, dass ein mehr an Elektronik im täglichen Leben die Lust auf das Echte, das Mechanische, das Verständliche steigert. Neben dem Boom der ewigen Vinylplatte und der Lust auf Oldtimer als rollendem wie entschleunigendem Fortbewegungsmittel, ist auch der Wunsch nach dem Erleben von alter Dampftechnik eine Sache, die nicht abzuebben scheint. Anders ist der stete Zuspruch zu allen Veranstaltungen der Selfkantbahn kaum zu erklären.

„Ich bin ein Eisenbahnbekloppter“, gibt Dr. Bernd Fasel, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS), die hinter allem mit „Selfkantbahn“-Label steckt, gerne unumwunden zu.

Als Vorsitzender ist das sicherlich nicht die schlechteste Eigenschaft, so von seiner Leidenschaft zu sprechen. Dass die Faszination auch andere Menschen allen Lebensalters immer wieder erfasst, war schon am Samstag beim Herbst- und Erntedankfest bei der Selfkantbahn zu spüren. Schon die ersten Züge, die mittags vom Startpunkt Gillrath aus im Bahnhof Schierwaldenrath einrollten, waren bestens besetzt.

Bei spätsommerlichem Wetter ließ sich das eigens für dieses Fest angerichtete Ambiente dann auch besonders gut genießen. Da fiel der Blick der Reisenden, die in den alten Wagen auch immer so eine Art „Zeitreisende“ sind, auf die herrlich angerichtete Melange aus Zuckerrüben, Sonnenblumen und allerlei zeitgenössischen Transporthilfen. Alte Koffer stapelten sich fein säuberlich auf denen ihnen zugewiesenen Karren, daneben wartete ein alter Benzinkanister auf die erste Füllung seit Jahrzehnten, und ein hölzerner Kasten Bier mit leeren Bügelflaschen zeugte vom Genuss in früheren Zeiten.

Viele Fotomotive

Dass sich die Selfkantbahner immer auch um den Erhalt des Kulturgutes bemühen, war auch in der Dauerausstellung zu sehen. Sammler zeigten ihre schönsten Stücke, ein Flohmarkt lud dazu ein, sich mit Eisenbahn-Devotionalien einzudecken oder die Sammlung um das lange gesuchte Stück zu ergänzen, und eine kleine Cafeteria bot Gelegenheit zur Rast. Draußen, direkt an den von der Zeit gezeichneten Schmalspurschienen, durften sich die Besucher gerne noch gegen kleines Geld mit frischen Leckereien für das Erntedankfest eindecken.

Und wer wie mindestens die Hälfte der Gäste an diesem Wochenende eine etwas bessere als nur die Handykamera dabei hatte, der hielt die stehengebliebene Lok an diesem letzten Selfkantbahnwochenende natürlich gerne noch einmal im Bild fest. Ob analog oder digital, war dabei egal, denn bei diesen Motiven konnten sich die Gäste einmal richtig viel Zeit nehmen. Der strahlende Altweibersommer ließ die Sonne noch einmal mit voller Kraft scheinen. Auf dem Bahnsteig herrschte unterdessen viel Betrieb, so dass der zur schmalen Schienenspur passende Passagiersteig beinahe zu klein dimensioniert schien. Manche Ausflügler brachten gleich ihr Rad mit, um nach einer kleinen Stärkung am Restaurant der Selfkantbahn mit frischem Tritt in die Pedale nach Hause zu kommen.

Zufriedene Veranstalter

Und als dann am Sonntag die überaus gelungene Mischung aus live erlebbarer mobiler Geschichte und der einzigartigen Geräusch- und Geruchskulisse zum Ausklang des Erntedankfestes die Pforten schloss, war die Zufriedenheit auf den Gesichtern von Besuchern wie Veranstaltern gleichermaßen groß.

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