Ermäßigung für ehrenamtliche Kräfte: „Schritt in die richtige Richtung“

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Kräfte, die ehrenamtlich in den Bereichen Rettungsdienst und Katastrophenschutz tätig sind, sollen zukünftig das Ausbildungsangebot der Kreismusikschule Heinsberg kostengünstiger nutzen können.

Ihnen sollen ab August 25 Prozent Ermäßigung eingeräumt werden. Einer entsprechenden Änderung der Entgeltordnung hat der Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus zugestimmt.

Mit dem Ziel, das Ehrenamt im Rettungsdienst und Katastrophenschutz zu stärken, hatte im September vergangenen Jahres im Kreishaus der erste Workshop zum Thema „Ehrenamt im Rettungsdienst und Katastrophenschutz im Kreis Heinsberg“ stattgefunden.

Basierend auf den Ergebnissen des Workshops hatte Landrat Stephan Pusch (CDU) im Dezember im Kreisausschuss darüber berichtet, dass zur Stärkung des Ehrenamtes verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Unter anderem will der Kreis prüfen, ob den ehrenamtlichen Helfern Vergünstigungen bei der Nutzung von Kreiseinrichtungen wie eben Kreismusikschule oder auch Volkshochschule zu ermöglichen sind.

In der Kreismusikschule werden – laut Vorlage der Verwaltung für die Ausschusssitzung – überwiegend Kinder und Jugendliche unterrichtet; derzeit seien dies 1300 Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus nehmen aktuell circa 100 Erwachsene das Angebot der Musikschule wahr. „Denkbar wäre es, den ehrenamtlich tätigen Erwachsenen und Jugendlichen im Rettungsdienst und Katastrophenschutz das Angebot der Musikschule des Kreises Heinsberg zu einem um 25 Prozent reduzierten Entgelt anzubieten“, so die Verwaltung.

Nach Auskunft des für den Rettungsdienst und Katastrophenschutz zuständigen Ordnungsamtes könnten circa 350 Personen, die ehrenamtlich im Rettungsdienst und Katastrophenschutz tätig seien, von den Vergünstigungen profitieren. Derzeit nicht zu prognostizieren sei, in welchem Umfang dieser Personenkreis die Angebote der Musikschule des Kreises Heinsberg nutzen werde. Zur Würdigung des ehrenamtlichen Engagements im Rettungsdienst und Katastrophenschutz, „für die der Kreis eine originäre und ausschließliche Zuständigkeit hat“, befürwortete die Verwaltung die Einräumung der Vergünstigungen.

Für die SPD-Fraktion erklärte Jürgen Plein, dies sei „ein Schritt in die richtige Richtung“, um mehr Anerkennung und Wertschätzung für das Ehrenamt zu erreichen. Er erinnerte aber daran, dass es Ehrenamt auch in vielen anderen Bereichen – wie Flüchtlingshilfe oder Vereinsarbeit – gebe, und es bestehe die Gefahr einer Zwei-Klassen-Gesellschaft.

Die Leiterin der Kreismusikschule, Gerda Mercks, warnte ihrerseits hingegen vor einer weiteren Ausdehnung des Kreises der Personen, die in den Genuss der Ermäßigung kommen sollen. Wenn der Kreis der Nutznießer vergrößert würde, könne dies erhebliche finanzielle Verluste für die Kreismusikschule zur Folge haben. Eine Ermäßigung um 25 Prozent „ist viel“, so Mercks.

Bericht aus der Kreismusikschule: Sehr gute, aber auch schlechte Nachrichten

In ihrem Bericht aus der Kreismusikschule, den Musikschulleiterin Gerda Mercks im Ausschuss für Kultur, Partnerschaft und Tourismus präsentierte, gliederte sie die Gesamtzahl von 1934 Unterrichtsbelegungen (dies war der Stand zum Jahres­wechsel 2016/2017) auf: Instrumentalunterricht 909; Musikalische Früherziehung 208; Musikmäuse / Musikbabys 35; Ensembles / Or­chester 125; Instrumentenkarussell 41; Zehnerkarte für Erwachsene 26; Kooperationen 590.

„Sehr gut“ läuft nach ihren Angaben das Projekt Jekits: „Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“. Zu den vier bestehenden Jekits-Grundschulen kommt als neue die Luise-Hensel-Schule Erkelenz dazu.

Als neues Angebot ist an der Kreismusikschule Heinsberg auch der Unterricht mit einem der ältesten Musikinstrumente der Menschheit etabliert worden: mit der Harfe. Es wird zurzeit von fünf Schülerinnen genutzt.

„Schlechte Nachrichten“ überbrachte Gerda Mercks aus Übach-­Palenberg: Die Musikschule, die dort eine Zweigstelle in Marienberg an der Schulstraße hat, müsse – was sie zutiefst bedaure – weichen, da die Stadt andere Pläne mit dem Gebäude der früheren Comenius-Schule habe. Die Kreismusikschule solle nun einen Gaststatus in anderen Schulen erhalten. Zumindest steht laut Mercks in Aussicht, dass der Unterricht relativ gebündelt an einer Schule stattfinden soll.

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