Erkelenz - Erkelenzer Liberalen: Vertrauen in die Oraganspende zurück gewinnen

Erkelenzer Liberalen: Vertrauen in die Oraganspende zurück gewinnen

Von: cbo
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Die Bundestagsabgeordnete der
Die Bundestagsabgeordnete der FDP, Gabrielle Molitor, Bürgermeister Peter Jansen sowie die beiden FDP-Politiker Stefan Lenzen und Andreas Rademachers (v.l.) werben für den Organspendeausweis. Foto: Bosten

Erkelenz. Einem notleidenden Menschen durch eine Organspende das Leben retten, ist eine höchst sensible Situation sowohl für die Spender als auch für die Patienten. Der FDP-Ortsverband Erkelenz nahm sich dieses Themas im Rahmen eines Bürgergesprächs im alten Bistro des Erkelenzer Hermann-Josef-Krankenhauses an.

Mit verschiedenen Referenten sollte ein Einblick gegeben und gleichzeitig auch sensibilisiert werden.

Die behindertenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Gabrielle Molitor, ging zu Beginn auf den Manipulationsskandal bei der Organvergabe ein, der mehr als deutlich das Vertrauen der Bevölkerung in die Transplantationsmedizin erschüttert habe.

Sie forderte, dass die Organspende wieder in ein positives Licht gerückt werden soll. Dazu sei es erforderlich, beste Informationen zu liefern, damit sich Freiwillige finden, die bereit sind Organe zu spenden.

Durch das seit dem 1. August erneuerte Transplantationsgesetz bestehe nun die Chance, durch unangemeldete Stichproben eine bessere Aufsicht über die Vergabe von Spenderorganen zu ermöglichen. Wichtig sei weiterhin, dass eine Organvergabe aus medizinischen Beweggründen erfolge. Anlass des Skandals war die zu geringe Anzahl an Organen. Dr. Eberhard Jacobs, Chefarzt der Anästhesie des Erkelenzer Krankenhauses, ging zunächst darauf ein, ab wann überhaupt eine Organspende möglich sei.

Entscheidend ist der Hirntod des Patienten. Erst wenn das gesamte Hirn abgestorben sei, besteht die Möglichkeit einer Explantation. Im Jahre 1968 wurde der Begriff Hirntod geprägt, wodurch sich die Chance eröffnete, Organe zu entnehmen und einem betroffenen Patienten zu spenden. Sollte sich ein Verstorbener im Vorfeld zu einer Organspende bereit erklärt haben, so muss sehr schnell gehandelt werden.

Unter künstlicher Beatmung und Kreislaufunterstützung geschieht die Organtransplantation nach der Feststellung des Hirntods. Jeder Zehnte leide unter einer Niedererkrankung, führte Dr. Jens Benders, der Leiter des MVZ Diaverums in Erkelenz aus, Nur Blut- und Urintests lassen die Erkrankung sichtbar werden, sodass am Ende meist nur die Dialyse bleibt.

Die Dialyse-Pflichtigkeit ist jedoch gleichzusetzen mit dem Herzinfarkt der Niere. Da die Patienten immer älter werden, kommen sie für eine Transplantation nicht mehr in Frage, da die Niere nur eine Haltbarkeit von bis zu 15 Jahren habe.

Ein weiterer wichtiger Punkt war das Mitspracherecht der Angehörigen. Laut Dr. Jacobs werden die nächsten Angehörigen angesprochen, falls einer Organspende noch nicht zugestimmt worden ist.

Selbst wenn eine Zustimmung im Vorfeld erfolgt sei, würde ein Einspruch der Angehörigen respektiert werden. Zum Ende des Bürgergesprächs wurde noch einmal bekräftigt, dass Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen müssen, für den Arbeitsmarkt trotzdem wertvoll sind. Gesetzlich müsse die Erwerbstätigkeit für diese Betroffenen wieder möglich gemacht werden.
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