Erkelenzer Burg: Fünfjahresplan zum Erhalt des historischen Gemäuers

Von: hewi
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Erkelenz. „Die Burg verfällt immer mehr.” Diese Sorge äußerte Peter Fellmin, der Vorsitzende des Fördervereins Freunde der Burg auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. Es sei „höchste Eisenbahn”, etwas für den Erhalt des Gemäuers zu tun.

Vor rund zwei Jahren wurde der Verein von Peter Fellmin mit dem Ziel gegründet, sich aktiv für den Erhalt der Burg einzusetzen. Mittlerweile hat der Verein um die 50 Mitglieder, von denen sich rund zehn regelmäßig auf der Burg treffen, um aufzuräumen und andere Arbeiten durchzuführen. So ist zum Beispiel der Kamin mittlerweile wieder funktionsfähig.

In einem Fünfjahresplan haben die Freunde der Burg ihre nächsten Schritte und mittelfristigen Ziele zusammengestellt. Als Nächstes ist das Entfernen der Sträucher und Wurzeln an der Mauer des Burghofes geplant. Auch der Wehrgang hat es dringend nötig, ebenso die Fenster der Burg.

Beliebt ist der Burghof bei den Erkelenzern auf jeden Fall, wie Fellmin betonte. Denn bis Juli sind alle Termine für Feste und Feiern auf der Burg vergeben.

Was auf und an der Burg getan werden soll, muss aber mit der Stadt und der Unteren Denkmalbehörde abgesprochen werden. Denn „Historisierung” sei dringend zu vermeiden, wie Hans-Peter Dahmen betonte. Der Geschäftsführer des Unternehmens Schleiff kennt sich aus, denn seine Firma ist im Denkmalschutz aktiv. Unter Historisierung versteht man, wenn ein historisches Gemäuer in einen baulichen Zustand versetzt wird, wie es einmal ausgesehen haben könnte. Und das ist verboten. „Wie es wirklich ausgesehen hat, wissen wir nicht”, so Fellmin. Der Stadt obliege nur die Aufgabe des Erhalts der bestehenden Substanz, die aber mit der historischen Burg wenig zu tun hat.

Fakten über die Burg sind nicht einfach zu bekommen, wie Fellmin betonte. „Um die Geschichte der Burg zu erforschen, müsste man durch halb Europa reisen”, betonte der Vorsitzende und erklärte, dass die bisher gesammelten Dokumente und Erkenntnisse aufbereitet und den Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden. In Kürze ist ein Treffen mit einem Doktoranden aus Tübingen geplant, der seine Doktorarbeit über die Burg schreiben will.

Kritik wurde laut, dass die Stadt zu wenig für den Erhalt der Burg tue. Dem hielt Beate Schirrmeister-Heinen entgegen, dass das Schwimmbad und neue Baugebiete wichtiger seien. Ihr Ratskollege Klaus Steingießer erinnerte daran, dass das Geld ähnlich knapp war, als der Förderverein Hohenbusch seine Arbeit aufgenommen hatte.

Das Problem mit der Burg ist nicht neu. Schon aus 1912 ist schriftliche Kritik überliefert, dass sich die Stadt zu wenig um ihre Burg kümmere.
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