Erkelenzer Bahnhof erhält „neues Gesicht”

Von: kl
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Das „neue Gesicht” des Erkel
Das „neue Gesicht” des Erkelenzer Bahnhofs orientiert sich nach dem Willen der Investoren und der Architektin trotz zeitgenössischer Architektur bewusst am bestehenden Gebäude. Zum ehrgeizigen Ziel gehört die Schaffung eines Hotels.

Erkelenz. Die Investoren haben ein ehrgeiziges Ziel: Ende 2012 soll das Bahnhofgebäude in Erkelenz ein „neues Gesicht” haben. Dann soll eine elend lange Geschichte, „die ich von meinem Vorgänger geerbt habe”, so Bürgermeister Peter Jansen, endlich beendet sein.

Er freute sich, dass sich mit der BaWo GmbH ein Familienunternehmen aus Erkelenz gefunden habe, das den Bahnhof unter die Fittiche genommen hat. Nach langen Verhandlungen haben die Geschäftsführer Kornelia, Johannes und Jens Wortmann junior das Gebäude von der Deutschen Bahn AG erwerben können.

Jahre und sogar Jahrzehnte hatte die Bahn gezaudert und gezögert, jetzt endlich hat sie das sanierungsbedürftige Gebäude veräußert.

„Wir hatten mehrere Interessenten, die an dieser Stelle in Erkelenz investieren wollten, aber als uns die Familie Wortmann ihre Pläne vorgestellt hat, war uns klar, dass wir die passenden gefunden hatte”, berichtete Jansen. Er bescheinigt der Familie, aus ihrer langen Verbundenheit zur Stadt ein „Gefühl für Erkelenz” zu haben.

Das Bahnhofsgebäude im jetzigen Zustand sei sicherlich nicht das von allen gewünschte „Eingangstor für Erkelenz”, meinte Jens Wortmann und stieß damit nicht einmal bei den anwesenden Bahn-Vertretern auf Widerspruch. „Wir werden keinen Glaspalast errichten”, sagte er. Das Gebäude soll saniert, erweitert und umgebaut werden und eine zeitgemäße Architektur erhalten. Die bisherige Nutzfläche wird um rund 100 Quadratmeter wachsen, so dass demnächst im Erd- und im Obergeschoss jeweils 850 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

„Wir stehen am Anfang der Vermietung”, meinte Jens Wortmann, insofern sei man noch für viele Anregungen von interessierten Mietern dankbar. Definitiv vermietet ist ein Bereich, in dem die Deutsche Bahn ein Reisezentrum betreiben wird, von dem wie auch jetzt, ein direkter Zugang zu der Gleisanlage möglich ist. Auch wird es wieder einen Bahnhofskiosk geben. Der entsprechende Mietvertrag sei unterzeichnet, so Jens Wortmann. „Ein Bahnhof ohne Kiosk mit Lotto und Zeitschriften geht gar nicht.”

Nach den Plänen der Architektin Claudine Schiffers vom Erkelenzer Architekturbüro Grafen soll das Gebäude umgestaltet werden, aber: „Das Gebäude soll auch weiterhin für reisende Gäste als Bahnhof erkannt werden.”

Bei ihrem Nutzungskonzept haben die Investoren viele Ideen. So schwebt ihnen vor, im Obergeschoss ein Hotel mit rund 25 Zimmern und rund 50 Betten zu errichten. Anfragen an Hotelbetreiber sind gerichtet. Im Erdgeschoss soll es neben dem Reisezentrum und dem Kiosk ein Restaurant und ein Café geben. Wünschenswert wäre auch „ein bunter Mix aus Ladengeschäften”.

Was tatsächlich aus diesen Ideen wird, müssen die nächsten Monate zeigen. Die BaWo GmbH geht jedenfalls dynamisch voran: Noch in dieser Woche muss der Fahrkartenschalter im Bahnhofsgebäude weichen. Er wird in einen Container vor dem Bahnhof untergebracht, bis das Reisezentrum der Bahn fertig ist.

Zu den Baumaßnahmen der Investoren gehört auch die Anlage eines neuen Parkplatzes neben dem Gebäude in Richtung Anton-Raky-Allee.

Nur bei der Frage nach der Höhe der Investition bleibt unbeantwortet. Dazu schweigt sich die Familie Wortmann aus. Lediglich so viel bestätigt Johann Wortmann senior: Die Verträge mit den Bahn sind notariell unter Dach und Fach und der Kaufpreis entrichtet.

Aber immer noch sind nicht alle Komplikationen mit der Bahn ausgeräumt. „Wir haben immer noch nicht die Unterlagen über die Statik des Gebäudes”, monierte Wortmann senior.

Bahnmanager Steffen Glasnek will sich jetzt darum kümmern. Auch er ist froh, einen privaten Investor für das Gebäude gefunden zu haben, das in der Hierarchieordnung der Bahn inzwischen unter „ferner liefen” geführt wird.

Für die Stadt Erkelenz ist das Bauprojekt Bahnhof ein weiterer Meilenstein zum Gesamtprojekt „Südliche Innenstadt”, wie der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg meinte. Im Zusammenhang mit dem 1999 durchgeführten Workshop-Verfahren zur Umgestaltung des Bahnhofbereichs wurde schon auf die wichtige Funktion des eigentlichen Bahnhofsgebäudes für die weitere Gesamtentwicklung hingewiesen.

„Mit der neu gebauten Bushaltestelle am ZOB, dem Neubau der Volksbank und dem geplanten Neubau des Amtsgerichts rundet die Umgestaltung des Bahnhofgebäude die positive Gesamtentwicklung des Platzbereiches weiter ab”, freute sich Lurweg.
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