Erkelenz - Erkelenz: Konzert mit Orchester der Musikakademie Wroclaw

Erkelenz: Konzert mit Orchester der Musikakademie Wroclaw

Von: ulla
Letzte Aktualisierung:

Erkelenz. Welch ein schöner Zufall: Während Bundespräsident Joachim Gauck zu seiner ersten Auslandsreise in Polen weilte und dabei die Förderung des deutsch-polnischen Jugendwerkes hervorhob, musizierten in der Erkelenzer Stadthalle vorwiegend junge Menschen aus Wroclaw (Breslau).

Beim sechsten VHS-Meisterkonzert dieser Saison wurden Werke von Haydn und Mozart aufgeführt von Orchester und Solisten der Musikakademie Wroclaw und vom Cornelius-Burgh-Chor des Heimatvereins der Erkelenzer Lande.

Passend zur Passionszeit standen auf dem Programm Joseph Haydns „Stabat Mater” und das „Requiem in d-Moll” von Wolfgang Amadeus Mozart. Vor der Veranstaltung wies Landrat Stephan Pusch in seinem Dank an die Veranstalter darauf hin, dass dieses Konzert auch ein Zeichen sei für die Weiterentwicklung Europas, „wenn im 21. Jahrhundert ein polnisches Orchester aus dem ehemaligen Schlesien mit einem Chor aus einem ehemals preußisch regierten Landstrich Werke zweier österreichischer Komponisten aufführt”, und er erinnerte an die Folgen des von Deutschland begonnenen Krieges.

Souverän und inspirierend dirigierte Professor Alan Urbanek sein Orchester mit den hervorragenden Solisten Joanna Zawartko (Sopran), Johanna Groscholska (Alt), Prze-myslaw Borys (Tenor) und Pawel Kolodziej (Bass). Glänzend vorbereitet von Professor Dr. Norbert Brendt, agierte auch der Chor. Erstaunlich, wie zwei fast 900 Kilometer voneinander entfernt beheimatete Ensembles so harmonisch und ausdrucksstark miteinander musizieren (können)!

Haydns „Stabat Mater” von 1767 beschreibt in bewegenden musikalischen Bildern den Schmerz Mariens über ihren am Kreuz sterbenden Sohn, wodurch die Menschen auf Erlösung hoffen dürfen. Die Dramatik und Mannigfaltigkeit der Ausdrucksweise, wobei Text und Musik eine ergreifende Einheit bilden, kommt besonders zum Tragen im Wechsel von Solisten, Soloquartett, Chor und Orchester.

Das eindringliche Erlösungsgeschehen spiegelt sich auch wider im Wechsel der Tonarten von Moll und Dur, wobei trotz der traurigen Grundstimmung auch Heiterkeit zu verspüren ist, weil, wie es die beiden letzten Worte „paradisi gloria” andeuten, „der Glanz des Paradieses” winkt.

Mozarts Requiem (Totenmesse) hat seit seiner Entstehung 1791 die Menschen immer wieder angerührt. Weit ab von Legendenbildungen ist es von einer derartigen Größe, dass es für eines der bedeutendsten geistlichen Kompositionen aller Zeiten gelten muss.

Nach viel Beifall sowie Blumen für die Dirigenten und Solisten erklang als Zugabe noch einmal das „Dies irae” (Tag des Zornes), der Hinweis auf das Weltgericht am jüngsten Tag.
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