Erhellende Idee: Ingenieur entwickelt Leuchtröhre auf LED-Basis

Von: Rainer Herwartz
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Hofft, dass er mit seiner Erfindung die Erfolgsleiter erklimmt: Der Waldfeuchter Ingenieur Heinz Heggen entwickelte eine LED-Leuchte mit besonders langer Lebensdauer. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Wer von Heinz Heggen aus Waldfeucht behauptet, selbigem sei ein Licht aufgegangen, liegt dabei gleich in doppelter Hinsicht richtig.

Denn Lichttechnik ist einerseits schon seit Jahren die Profession des 45-jährigen Elektroingenieurs, andererseits traf ihn vor einiger Zeit ein wahrer Geistesblitz, der nun Leuchtröhren strahlen lassen soll, kostengünstiger und langlebiger als vergleichbare traditionelle Leuchtstoffröhren.

„Als vor rund 20 Jahren die Lasertechnik den Markt eroberte, entwickelte sich bei mir eine Faszination für die Möglichkeiten, die das Licht bietet”, erinnert sich Heggen. „Sie können dadurch bei Menschen unterschiedliche Stimmungen erzeugen. Selbst das Essen in einem Restaurant schmeckt ihnen besser mit der entsprechenden Beleuchtung”, lässt er seine Begeisterung spüren.

Nach seinem Studium an der Fachhochschule in Aachen war Heggens Weg durch das Thema Licht quasi vorgezeichnet. Vor 16 Jahren arbeitete er als Vertriebsleiter für Showtechnik-Artikel bei einer Firma in Geilenkirchen, dann wechselte er als Forschungs- und Entwicklungsleiter zu einem Unternehmen für Leuchten, um sich schließlich 2001 selbstständig zu machen.

Die Idee des Elektroingenieurs, LEDs (Licht emittierende Dioden) in eine Leuchtröhre zu verpflanzen, sei zwar keine komplett neue gewesen, wie der Waldfeuchter nach weltweiten Recherchen feststellte, doch die bislang nur im asiatischen Raum hergestellten Exemplare seien von eher minderer Qualität in Leuchtkraft und Lebensdauer, was sich schon in der meist nur halbjährigen Garantie zeige. „Ich gebe fünf Jahre Garantie auf mein Produkt”, glaubt Heggen zuversichtlich an seine Erfindung.

Bei den LED-Leuchtröhren wird eine Vielzahl von LEDs in die Röhre implantiert. Es handelt sich dabei um Kristalle, die sich zwischen einer Anode und einer Kathode befinden. Wenn Strom hindurchfließt, entsteht das Licht. „In Standardröhren wird ein Gas in Verbindung mit Quecksilber zum Leuchten gebracht, was den Nachteil der Wärmeentwicklung hat und zudem als Sondermüll entsorgt werden muss.” Das sei bei der LED-Leuchte vollkommen anders. „Sie basiert auf einer giftstofffreien Herstellung und strahlt praktisch keine Wärme ab.” Gerade Letzteres sei für den Brandschutz von besonderer Bedeutung, erläutert der Waldfeuchter.

In seiner Wohngemeinde hat der 45-jährige Tüftler als eine Art Versuchsballon schon einige Röhren mit Genehmigung zur Ausleuchtung einer Skaterbahn installiert - mit erhellendem Erfolg. Mittlerweile wäre der Waldfeuchter aber auch für größere Aufgaben gerüstet. „Der Einsatz macht Sinn bei langer Leuchtdauer, da der Anschaffungspreis etwa 15 Mal höher ist als bei üblichen Leuchtstoffröhren.” Durch die fünffache Lebensdauer und einen um 65 Prozent niedrigeren Stromverbrauch gehe die Rechnung auf. „Wenn die Röhren quasi in Dauerbetrieb stehen, wie in Fabriken oder Kaufhäusern, amortisiert sich die Investition nach etwa eineinhalb Jahren.”

Damit den aus Kostengründen in China produzierten Leuchten nicht das Licht ausgeht, hofft Heggen nun auf die ersten Großaufträge.
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