Erfolgreiche Veranstaltung zum Internationalen Frauentag

Von: defi
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Beheimatet in den unendlichen Weiten des linken Niederrheins: Als Trude Backes sorgte Kabarettistin Monika Hintsches am Freitagabend für einen unterhaltsamen Ausklang der Veranstaltung. Foto: Dettmar Fischer

Kreis Heinsberg. Informative Vorträge, eine interessante Ausstellung und ein unterhaltsamer Ausklang mit Kabarett und Musik: Die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag hat Marika Schroeder, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heinsberg, in einem ersten Fazit am Freitagabend als Erfolg bewertet.

Den Frauentag, der in diesem Jahr 100 Jahre alt wird, nahm die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreisgebiet Heinsberg auch diesmal wieder zum Anlass für eine größere Veranstaltung.

Unter dem Motto „Selbst(-ständig) ist die Frau! - Erfolgreiche Unternehmerinnen zeigen, wie es geht” hatte die AG zusammen mit dem Netzwerk „Frauen machen Business” Existenzgründerinnen und selbstständige Frauen in den Blickpunkt gerückt. Als Medienpartner begleitete der Zeitungsverlag Aachen (Heinsberger Zeitung/Geilenkirchener Zeitung/Heinsberger Nachrichten) die Aktion.

Pro und Contra zur Quote

Bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt waren Frauen und Männer zahlenmäßig auf jeden Fall gleichgestellt. „Frau” war vertreten durch Marika Schroeder, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heinsberg, Alexandra Gedak, Vorsitzende vom Netzwerk „Frauen machen Business”, und ihre Stellvertreterin, Marion Kneisle-Hasenknopf, „Mann” durch Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder, Arnd Thebrath, Projektleiter bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), und Regionalredakteur Dieter Schuhmachers als Moderator.

„Frau” setze sich durch eigene Kompetenz durch und brauche keine gesetzliche Quote, war die selbstbewusste Position von Marion Kneisle-Hasenknopf. Die Steuerberaterin machte klar („auch wenn ich mir damit den Zorn einiger Frauen zuziehe”, wie sie im Nachhinein gestand): „Ich möchte als Mensch mit meiner Kompetenz überzeugen und nicht nur als Quotenfrau angesehen werden.” Sie riet potenziellen Jung-Unternehmerinnen, Existenzgründerseminare zu besuchen.

Bürgermeister Wolfgang Dieder lobte die stets vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seiner Gleichstellungsbeauftragten. Allein schon mit Blick auf den demografischen Faktor würden sich die Frauen immer mehr durchsetzen, allerdings räumte Dieder ein, dass aufgrund der Altersstruktur in der Verwaltung noch Geduld erforderlich sei. Eine Frauenquote sei in einer Verwaltung jedenfalls aufgrund der Personalstruktur nicht machbar.

Marika Schroeder bezeichnete hingegen die in skandinavischen Ländern wirkungsvoll praktizierte Frauenquote durchaus auch als Vorbild für die deutsche Gesellschaft. Gut ausgebildete Frauen, denen die Möglichkeit gegeben werde, Beruf und Familie miteinander in Einklang zu bringen, müssten die Möglichkeit haben, in Führungspositionen einzusteigen. Die Hoffnung der letzten zehn Jahre, dass sich da etwas auf freiwilliger Basis entwickeln würde, habe sich nicht erfüllt.

Arnd Thebrath betreut für die WFG Existenzgründerseminare. Er konnte im vergangenen Jahr feststellen, dass die Zahl weiblicher Teilnehmer an diesen Seminaren stark zugenommen habe. Seine persönliche Meinung zur Quote ließ er das Publikum auch wissen: Die Quote sei nicht durchsetzbar, „zumindest nicht in kleinen Unternehmen.” Alexandra Gedak (gedak-pr) wünschte sich eine Quote, vor allem aber auch verbesserte Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit für hoch qualifizierte Frauen.

„Frauen machen Business” sei offen für alle Branchen, erläuterte sie mit Blick auf das Netzwerk und machte dabei deutlich, es sei manchmal einfach wichtig, dass Frauen wichtige Themen unter sich besprechen würden; da entstünden ganz schnell auch neue Geschäftsbeziehungen. Wobei diese Frauen aber natürlich auch in anderen, gemischten Netzwerken vertreten seien.

Nützliche Infos, gute Gespräche

Schätzungsweise rund 100 Besucher, vorwiegend Frauen, aber auch einige Männer, hatten den Weg in die Heinsberger Stadthalle gefunden. Sie konnten sich an den Infoständen im großen Saal schlau machen oder eines der Workshopangebote in den Seminarräumen nutzen; vor allem Themen wie Marketing oder Werbung waren gefragt, aber auch Tanz war angesagt, eine kreative Auszeit mit Klang oder eine entspannende Massage. Auch wenn es vielleicht ein paar Gäste mehr hätten sein können, so war doch von wissenswerten und nützlichen Informationen und guten Gesprächen die Rede.

Am Abend gab es ein paar strahlende Gesichter mehr: als Gewinnerinnen (und Gewinner) bei der Verlosung Sachpreise in Empfang nehmen durften, die von den Netzwerkerinnen gestiftet worden waren. Schließlich begeisterte Monika Hintsches zunächst als Kabarettistin in der Rolle der „Trude Backes” und dann mit dem Vokalquintett „ballyhoo”.
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