Energieversorger NEW baut „Leuchtenpark”

Von: Wilfried Rhein
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Ein Stück des kommenden „Leu
Ein Stück des kommenden „Leuchtenparks Geilenkirchen” wird die schmale Anwohnerverbindung im Dechant-Kloubert-Weg sein. Bei der Montage der LED-Köpfe von Reiner Winkels (l.) packte auch NEW Netz-Geschäftsführer Markus Palic (r.) mit an. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen. Das Licht soll genau auf die Stelle treffen, an der es gebraucht wird. Das ist die Kernphilosophie der Technik mit LED, den „Licht emittierenden Dioden”.

Abstrahlung wie von konservativen Leuchtmitteln heißt verschwenden, und das wird bei der aktuellen Energiedebatte und der Kostenentwicklung hektisch vermieden. Wie in den kommenden Jahren auch das Laternenlicht auf unseren Stadtstraßen aussehen wird, soll ein „Leuchtenpark” vermitteln, den der Energieversorger NEW in Geilenkirchen zusammenstellt. Ab 7. November (19 Uhr) soll er anzuschauen sein.

„Der Standort Geilenkirchen bietet ideale Bedingungen für eine derartige Musterschau”, sagt Markus Palic, Geschäftsführer der NEW Netz GmbH. Hier gebe es unterschiedliche Formen von Masten für die Leuchten, so dass beispielhaft das Aussehen verschiedener Straßenzüge für Interessierte dargestellt werden können. Denn das möchte die NEW erreichen: „Der LED-Leuchtenpark soll den Entscheidungsträgern in den Kommunen und den Bürgern zeigen, wie die moderne Beleuchtungstechnik das zukünftige Stadtbild prägen könnte”, betont Markus Palic.

Der Geschäftsführer räumt ein, dass sich sein Unternehmen lange Zeit gelassen habe, jetzt den Schritt in die LED-Generation der Straßenbeleuchtung zu tun. „Wir wollten schon abwarten, wie sich die Technik entwickelt”, meint Markus Palic im Blick auf fünf bis sechs zurückliegende Jahre.

„Aber nun können wir diese Leuchten guten Gewissens installieren.” Der Geschäftsführung geht es um Zuverlässigkeit und Haltbarkeit, unerlässliche Anforderungen für die Absicht, diese Technik im ganzen Gebiet der NEW AG zu platzieren, das heißt in weiten Teilen der Kreise Heinsberg und Viersen, in der Stadt Mönchengladbach bis hin zur Gemeinde Titz im Kreis Düren.

Man habe recht früh Interesse an der LED-Technik angemeldet, bestätigt Frank Schmitz, Abteilungsleiter bei NEW Netz und Projektleiter des Leuchtenparks Geilenkirchen, wobei ihn Olaf Busch und Daniel Schäfer unterstützen. Der Nutzen der eingesetzten Leuchtdioden aber sei zunächst enttäuschend gewesen, „unseren hohen Erwartungen hat das System nicht standgehalten”, sagt Frank Schmitz.

Das ist vorbei. Die Anwendung der LED-Leuchten verspreche hohe Effizienz bei großer Umweltverträglichkeit, erwähnt der Di­plom-Ingenieur beispielsweise den Verzicht auf Quecksilber-Einsatz wie in herkömmlichen Leuchtmitteln. Deren Zeit sieht Markus Palic ohnehin im Jahr 2015 abgelaufen, fußend auf der Ökodesign-Richtlinie der Europäischen Union.

Einen erheblich größeren Wirkungsgrad erzielt die LED-Straßenbeleuchtung vor allem beim Energieeinsatz. Experten wie Frank Schmitz und dessen Mitarbeiter gehen davon aus, dass LED-Licht am jeweiligen Ort 50.000 bis 100.000 Betriebsstunden aushalten kann. Der Vergleich zur noch gebräuchlichen Ware: rund 16 000 Stunden, „das heißt für uns in der Praxis ein Austausch der Leuchten etwa alle vier Jahre”. Bei einem konservativen Energieeinsatz von 80 bis 100 Watt liegt die LED-Helligkeit aus zwölf bis höchstens 80 Watt Leistung deutlich wirtschaftlicher.

Im Geilenkirchener Leuchtenpark von verschiedenen Straßen werden 87 Leuchten installiert. „Neun führende Hersteller”, so die NEW Netz GmbH über ihre Kontakte über Deutschland hinaus nach Belgien und den Niederlanden, sollen den Park mit 33 verschiedenen Leuchttypen bestücken und mehrere hintereinanderschalten, um den Effekt für Interessenten plastischer werden zu lassen.

Denn in den Rathäusern der Region soll das Angebot der NEW natürlich besprochen werden. Der Energieversorger steht für individuellen Rat für diesen oder jenen Laternentyp zur Seite. Vielleicht auch nur für die Wahl des Leuchtmittels und dessen Energie-/Lichtausbeute, denn intakte Masten müssen nicht zwangsläufig getauscht werden. „Allein aus Kostengründen werden wir diese Struktur nur behutsam verändern”, erkennt der NEW Netz-Chef Notwendigkeiten.

In der Resonanz aus Politik und Verwaltung sieht Geschäftsführer Palic auch den Kalkulationsschlüssel, wie hoch diese Investitionssumme für NEW ausfallen wird; zum jetzigen Zeitpunkt möchte Markus Palic jedoch keine Zahlen nennen.

Wichtig ist dem Versorger auch die Zufriedenheit der „Endverbraucher”, nämlich den in den nachgerüsteten Straßen lebenden Menschen. Die Ingenieure haben sich - gewarnt von den Ketten-Effekten „blaues Licht am Tannenbaum” - für ein „warmweißes Licht bei 4000 Kelvin” entschieden, erläutert Frank Schmitz den K-Tabellenwert.

Er weiß aber auch, dass aufgrund der Lichtbündelung manche Straßennutzer die Strahlen als „dünner” oder gar „dunkler” empfinden. Der Experte versichert, dass wieder die Lumen-Zahl am Boden ankommt, die es auch beim früheren Laternenlicht war, aber in der Wahrnehmung der Bürger anders reflektiert wird.

Keine Täuschung wird es sein, dass mancher Vorgarten, manche Fassade und damit die Hausnummer nicht mehr erkannt wird. Und noch ein Effekt wird fehlen. „Insekten”, sagt Frank Schmitz, „wird das LED-Licht ziemlich egal sein.”
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