Ende der Session auch für Polizei die heiße Phase

Von: Rainer Herwartz
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Das sind Bilder, die weder die Polizei noch die Narren erleben möchten. Doch leider kommt es immer wieder vor, dass manche Zeitgenossen in der heißen Phase der Session zu Straftaten neigen. Foto: Imago/Thilo Schmülgen

Kreis Heinsberg. Die Karnevalisten stehen in den Startlöchern und können es kaum noch erwarten, das heiße Finale der Session. Mit Altweiberdonnerstag fällt der Startschuss zu einem berauschenden Festtaumel, der erst am Aschermittwoch endet. Naturgemäß geht es auch feucht-fröhlich zu. Der Alkohol-Konsum steigt bisweilen in schwindelnde Höhen. Leider mit oft unangenehmen Folgen.

Gerade der Polizei fällt dabei die oft unbequeme Aufgabe zu, dafür Sorge zu tragen, dass das bunte Treiben nicht außer Kontrolle gerät und der Frohsinn nicht plötzlich in Gewaltaktionen oder andere Straftaten mündet. Nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt hat zudem noch eine weitere diffuse Bedrohung ihr hässliches Gesicht gezeigt. Im Gespräch mit Hauptkommissar Karl-Heinz Frenken, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde, fragten wir nach, wie sich die Polizei auf die tollen Tage vorbereitet.

„Die Karnevalszeit bedeutet für die Polizei stets eine einsatzintensive Zeit“, sagt Frenken. „Wie schon in den zurückliegenden Jahren, werden wir auch 2017 die Karnevalsveranstaltungen und Karnevalszüge mit einem erhöhten Personaleinsatz begleiten.“ Wie hoch dieser genau sein wird, darüber schweigt er. So ist die Taktik der Ordnungshüter.

Ob sich die Personalstärke denn gegenüber den Vorjahren mit Blick auf Berlin ändere? Dazu sagt Frenken: „Der personelle Ansatz wird sich an dem des vergangenen Jahres orientieren. 2016 hatten wir aufgrund der Vorkommnisse zu Silvester in Köln bereits mehr Personal eingesetzt. Wie schon zu Karneval 2016, erhalten wir auch in diesem Jahr personelle Unterstützung durch in der Ausbildung befindlichen Kommissaranwärter.“

Wie deren Ausrüstung aussehen wird, ist auch so ein Thema, über das die Polizei nicht gerne spricht, schließlich sollen gegenüber potenziellen Aggressoren ja nicht schon die Karten auf den Tisch gelegt werden. Dem Vernehmen nach wird es aber die mit Maschinenpistole und schwerer, gut sichtbarer Schussweste bestückten Beamten wie beim Weihnachtsmarkt in Heinsberg, zu Karneval nicht geben.

Besondere Vorkehrungen werden dennoch getroffen. „Die Sicherheit der Karnevalisten sowie der übrigen Bürger hat höchste Priorität. Deshalb führt die Polizei im Kreisgebiet und an den Veranstaltungsorten verstärkte Personen- und Fahrzeugkontrollen durch. Im Vorfeld hat die Polizei die Kommunen gebeten, die aktuelle Sicherheitslage in den Sicherheitskonzepten zu den Karnevalsveranstaltungen und Zügen zu berücksichtigen.“

Zwar gebe es keine konkreten Erkenntnisse, dass Veranstaltungen im Kreisgebiet gefährdet seien, aber die gegenwärtige Sicherheitslage bedeute auch für die Heinsberger Polizei, noch sensibler im Hinblick auf mögliche gefährdungsrelevante Ereignisse zu sein. „Daher werden die Polizisten durch ihre Präsenz und ihr konsequentes Einschreiten dafür Sorge tragen, dass die Menschen sicher Karneval feiern können“, ist Frenken zuversichtlich.

Im vergangenen Jahr, so sagt er, habe es über die Karnevalstage deutlich über 100 „karnevalsbedingte Einsätze“ gegeben. Dabei handelte es sich überwiegend um Ruhestörungen, Streitigkeiten und Körperverletzungsdelikte. „Die Polizisten schritten konsequent ein, nahmen Anzeigen auf und sprachen Platzverweise aus.“

Und wie können sich die Menschen schützen, damit sie erst gar nicht in eine bedrohliche Lage geraten? „Achten Sie auf sich und andere. Wählen Sie sofort den Polizeinotruf 110, wenn sie oder andere Personen sich in Gefahr befinden! Verzichten Sie auf das Tragen von Kostümen, die dazu geeignet sind, Menschen zu verunsichern und Ängste zu schüren. Lassen Sie Spielzeugwaffen, Munitionsgürtel oder ähnliche Gegenständen zu Hause.“

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