Heinsberg - Einzelhandelskonzept soll Leitlinie für Entwicklung sein

Einzelhandelskonzept soll Leitlinie für Entwicklung sein

Von: her
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die Sicherung und Stärkung der gesamtstädtischen Versorgungsfunktionen der Innenstadt sowie der wohnungsnahen Versorgung und die Konzentration des nicht-zentrenrelevanten großflächigen Einzelhandels auf städtebaulich geeignete Standorte im Stadtgebiet sind die Ziele des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes, das jetzt im Planungs- und Verkehrsausschuss beschlossen wurde.

Was sich auf den ersten Blick ein wenig sperrig liest, wird den Heinsbergern als Beurteilungs- und Entscheidungsleitlinie für Planungen und Ansiedlungen von Einzelhandelsunternehmen dienen. Die Kreisstadt soll dadurch für die zukünftigen Entwicklungen auf solide Füße gesetzt werden. Dass sich Hans-Gerd Joeris (FDP) im Rahmen eines von der CDU zusätzlich gestellten Antrages allerdings auf die Füße getreten fühlte, verkündete er mit dem Satz: „Ich fühle mich überrumpelt.” Und das sah nicht nur er so.

Der Reihe nach: Die Stadt Heinsberg hatte im März 2010 die BBE Handelsberatung aus Köln mit der Erarbeitung des Konzeptes beauftragt, welches dann etwa ein Jahr später, am 5. April dieses Jahres, bei der Vollversammlung des Gewerbe- und Verkehrsvereins vorgestellt worden war - wie berichtet.

Nach einer Erhebung aller Einzelhandelsbetriebe, einer Nachfrageanalyse und einer Kundenwohnorterhebung wurden im Zentrenkonzept die räumlichen Abgrenzungen und spezifischen Branchenprofile für den zentralen Versorgungsbereich der Innenstadt sowie die Nebenzentren Oberbruch und Dremmen entwickelt. Darüber hinaus wurden geeignete Standorte für den großflächigen Einzelhandel und ergänzende Nahversorgungsangebote in den übrigen Stadtteilen vorgeschlagen. Erarbeitet wurde zudem eine so genannte „Heinsberger Liste” mit speziellen Sortimenten.

Über alle entscheidenden Punkte des Konzepts herrschte im Ausschuss Einigkeit. Auch über die Vorzüge des Entwicklungsstandortes am Parkplatz Ostpromenade im Hinblick auf großflächigen Einzelhandel, etwa einen Elektrofachmarkt. Als jedoch Michael Dörstelmann von der CDU für seine Fraktion den Antrag stellte, dass eben dieser Parkplatz Ostpromenade unter Berücksichtigung aller städtebaulichen Anforderungen vorrangig entwickelt werden solle, regte sich bei den übrigen Fraktionen Widerstand.

Nicht überzeugend beantwortet wurde dabei jedoch die Frage nach dem Warum. Verena Derichs (SPD) räumte zwar ein, dass Dörstelmanns vorgetragene Argumentation - wie der gute Anschluss durch Ostpromenade und Weberstraße oder die gute Anbindung an die Ausfallstraßen - „sehr vernünftig” sei. Doch genau dies mache den Antrag ja gerade überflüssig, weil ja wohl auch die Verwaltung soviel Durchblick besitzen werde, ließ sie durchblicken.

Auch ihr Parteifreund und Fraktionschef Ralf Herberg machte deutlich, dass er zwar dem Konzept zustimmen wolle, nicht jedoch dem durch die CDU formulierten Zusatz des Beschlusses. Nach einigen Augenblicken allgemeiner Verwirrung, über was nun zuerst abzustimmen sei, Konzept oder Antrag oder etwa beides gleichzeitig, gaben die Mandatsträger letztlich der Verwaltungsvorlage einstimmig grünes Licht.

Der Antrag der CDU gefiel aber nur den eigenen Parteimitgliedern, was für die Mehrheitsfraktion natürlich reichte. Birgit Ummelmann (Grüne) und Gertrud Aufdenkamp (Linke) enthielten sich.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert