Einzelhandel 4.0: Herausforderungen und Chancen

Von: anna
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„Einzelhandel 4.0“ als Thema: Peter Heinrichs, Jörg Hamel und Dr. Matthias Heider mit Wilfried Oellers (von links nach rechts) in der Diskussion in den Räumen der Kreissparkasse in Heinsberg. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. „Einzelhandel 4.0 – Herausforderungen und Chancen“ war eine Informations- und Diskussionsveranstaltung überschrieben, zu der Bundestagsabgeordneter Wilfried Oellers gemeinsam mit der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) der CDU im Kreis Heinsberg eingeladen hatte.

Gleich drei Referenten konnten die Organisatoren dazu in den Räumen der Kreissparkasse in Heinsberg begrüßen: Dr. Matthias Heider, den zuständigen Experten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jörg Hamel, den Geschäftsführer des Handelsverbandes Aachen-Düren-Köln, und Peter Heinrichs, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins Heinsberg sowie Vorsitzender des Handelsausschusses der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen.

Jeder Bereich der deutschen Wirtschaft habe in der jüngsten Vergangenheit den Zusatz „4.0“ erhalten, erklärte Oellers in seiner Begrüßung. „Damit gemeint ist die Digitalisierung, die Einfluss in jeden einzelnen Bereich unserer Wirtschaft findet. Diese Entwicklung ist in vollem Gange.“ Ganz besonders davon betroffen sei der Einzelhandel. Da es jedoch noch mehr Themen seien, die den Einzelhandel derzeit beschäftigen würden, etwa der verkaufsoffene Sonntag oder sogenannte hybride Geschäftsmodelle, habe die CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Dezember 2016 dazu einen eigenen Kongress veranstaltet.

„Der Einzelhandel gestaltet durch seine vielfältige Geschäftswelt eine Innenstadt maßgeblich mit. Und die Innenstadt ist das Gesicht einer jeden Stadt“, betonte Oellers. Daher seien alle politischen Ebenen und alle Beteiligten aufgerufen, ihren Beitrag zur Attraktivität der Innenstädte zu leisten. Wenn der Handelsverband Deutschland (HDE) prognostiziere, dass bis zu 50.000 Geschäften in naher Zukunft das Aus drohe, werde die Bedeutung der Thematik umso bewusster.

MIT-Vorsitzender Ullrich von Harnier stellte die einzelnen Referenten vor und bat zunächst Dr. Matthias Heider ans Mikrofon, Mitorganisator des von Oellers erwähnten FraktionskKongresses. Im Kern gelte es, das bestehende, schwierige Spannungsfeld zwischen statischem Einzelhandel und Online-Handel aufzulösen, so Heider. Beide müssten nebeneinander wachsen, aber auch zusammenwachsen können. „Es müssen Konzepte her, die auch dem stationären Handel vor Ort die Zukunft sichern“, sagte er. Die Brötchen um sieben Uhr morgens werden man nämlich nicht online bestellen können. Gewisse Versorgungsfunktionen gelte es zu erhalten, nannte er Apotheken, Banken und die Post.

Dass sich die Digitalisierung nicht alleine auf den Online-Handel bezieht, verdeutlichte Jörg Hamel. So seien inzwischen mehr als 40 Prozent der Umsätze im Einzelhandel von den Käufern zuvor ­online vorbereitet worden. Daher brauche der Einzelhandel qualifiziertes Personal, das den Kunden quasi im Internet abholen könne. „Wichtig ist, dass wir mehr bieten als Ware gegen Geld“, betonte er. Welches Potenzial der stationäre Einzelhandel habe, zeige sich daran, dass große Online-Händler gerade den stationären Handel in großen Innenstädten für sich entdecken würden. Unverständnis ­äußerte Hamel für „immer mehr Steine“, die dem stationären Handel in den Weg gelegt würden, etwa durch die Pkw-Maut oder in Bezug auf Öffnungszeiten.

Peter Heinrichs hatte ganz konkrete Forderungen an die Politik mitgebracht. Er plädierte für Rechtsklarheit in Bezug auf verkaufsoffene Sonntag und Ladenschlusszeiten sowie für eine „Entbürokratisierung“, vor allem mit Blick auf die Dokumentationspflicht. Der Mindestlohn dürfe nicht zum Wahlkampfthema werden, mahnte er und sprach sodann von einer „Hebesatz-Rallye“, die in finanzschwachen Kommunen ausgebrochen sei. Schließlich forderte er Maßnahmen gegen die sogenannte kalte Progression mit dem Ziel verbleibender höherer Einkommen nach der Besteuerung für untere Lohngruppen.

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