Einige Schätze und ein Berg voll Ramsch

Von: hama
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Dr. Rita Müllejans-Dickmann und Lutz Vorbach begutachteten in über vier Stunden viele Exponate, die aus dem ganzen Kreisgebiet nach Gangelt gebracht worden waren. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Kreis Heinsberg. Es war erstaunlich, was da in der Galerie Vorbach in Gangelt an Werken und Fachwissen zusammen fand. Der neue Trägerverein Museum Heinsberg und Lutz und Verena Vorbach hatten zu einem Beratungsnachmittag zu den Themen Malerei, Zeichnungen und antike Uhren eingeladen.

Dr. Rita Müllejans-Dickmann, Museumsleiterin in Heinsberg, war dabei auf Gemälde und Grafiken des 19. Jahrhunderts spezialisiert, Galerist Lutz Vorbach als Experte für antike Uhren zuständig. Dass Verena Vorbach am Eingang rund 50 Nummer verteilen konnte, spricht für das große Interesse an einer solchen Veranstaltung, die man in ähnlicher Form, dort heißt es „Kunst und Krempel”, im bayrischen Fernsehen sieht.

Viel Masse, wenig Klasse

„Viel Masse, wenig Klasse”, so umschrieb Dr. Rita Müllejans-Dickmann das, was ihr an Gemaltem präsentiert wurde. Allerdings hat ein Gemälde, das aus dem nahen Niederbusch nach Gangelt gebracht wurde, großes Potential. Es sei im Stile der großen Meister gemalt, sind sich die beiden Experten einig. „Es könnte aus dem Übergang der Renaissance zum Barock gemalt sein”, fachsimplen sie auf der noch vergeblichen Suche nach einer Signatur. „Dann ist es ein wirklicher Schatz”, freut man sich auf das Ende der Nachforschungen, die jetzt beginen.

Auch bei Lutz Vorbach ragte eine Uhr aus dem Meer an Zeitmessern, die er auf den Tisch bekam, heraus. Eine barocke Tischuhr mit Hinterzappler, die um 1600 erstanden ist, war es, die Staunen erregte. Allerdings musste Lutz Vorbach ihr einen desolaten Zustand bescheinigen. Nach seiner Einschätzung hilft hier nur eine aufwändige und entsprechend teure Restauration im Mathematisch-Physikalischen Salon im Dresdener Zwinger. Den Eigentümern, nach deren Angaben das gute Stück von der Oma stammt, wurde eine intensive Beratung angeboten, die mit Blick auf den Ansturm aktuell nicht erfolgen konnte. Viele der vorgestellten Arbeiten waren Erbstücke, andere stammten von Flohmarktgängern. Beide Gruppen hatten eines gemeinsam: „Die Leute wollen wissen, was das vorgestellt Stück wert ist!”

Einige wenige wussten über das, was sie da vorzeigten Bescheid und wollten ihr Wissen bestätigt haben, beispielsweise ein wenig „fachsimpeln”. Während Lutz Vorbach die Geduld der Besucher lobte, war sich Dr. Rita Müllejans-Dickmann sicher: „Die Leute waren glücklich!”

Geduld war gefragt, denn die meisten hatten zwei, drei oder noch mehr Exponate mitgebracht.

Nach weit über vier Stunden intensiver Arbeit gönnten sich Dr.Rita Müllejans-Dickmann und Lutz Vorbach endlich einen Tee. Dabei wurde dann schon darüber geredet, dass diese Veranstaltung wiederholt werden soll.
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