Eine weitere Tafel bereichert die „Route des Vergessens”

Von: hewi
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Erkelenz. Unter dem Motto „Erkelenz erinnert sich” hat der Arbeitskreis „Route gegen das Vergessen” in der jüngeren Vergangenheit geforscht und Plätze und Orte ausgemacht, die im Dritten Reich eine Bedeutung hatten oder Zeugnis abgeben über die Opfer der Gewalttaten.

So entstand eine Route durch die Stadt, an deren Stationen Gedenktafeln an die Vorkommnisse und die Opfer erinnern. Die erste Tafel wurde am 11. November 2008 am Alten Rathaus enthüllt. In Zusammenarbeit mit dem Heimatverein sollen im Laufe der Zeit insgesamt zwölf Tafeln erstellt und angebracht werden.

Eine Broschüre informiert zusätzlich über das Geschehen und bietet vertiefende Fakten.

Die neunte Station

Im Rahmen einer Gedenkstunde wurden im Johanniterstift die Tafeln drei, vier und fünf übergeben. Am Stift wird eine Tafel an das Erkelenzer Gymnasium erinnern, das vor dem Krieg an dessen Platz stand. Später wird sie die neunte Station der „Route gegen das Vergessen” sein. Sie trägt den Titel „Ideologie und Bildung”. Das Erkelenzer Gymnasium wurde von den damaligen Machthabern gelobt, weil bereits 1936 alle Schüler der Hitlerjugend angehörten. Geistliche durften keinen Religionsunterricht mehr abhalten und das Alte Testament wurde aus dem Unterricht verbannt.

So konnte die Ideologie Einzug halten in die Schule und damit auch in die Köpfe der Schüler. Der Heimatvereinsvorsitzende Günther Merkens und Kulturmanager Christoph Stolzenberger überreichten die Bronzetafel dem Sprecher des Beirates der Bewohner, Walter Rosner.

Erinnerungen wachhalten

Die beiden anderen Tafeln wurden zuerst einmal nur symbolisch übergeben, da deren Anbringung auf einer genmauerten Stele derzeit wetterbedingt nicht möglich ist. Sie werden am Johannismarkt und am Jüdischen Friedhof an der Neusser Straße angebracht. Die Tafel am Johannismarkt soll an die Gleichschaltung der Vereine erinnern.

Ab 1933 hatten auch die örtlichen Vereine die nationalsozialistische Ideologie zu vertreten. Der Johannismarkt hieß damals Adolf-Hitler-Platz, dort stand auch das „Braune Haus”.

Die Tafel am Jüdischen Friedhof soll an die rund 130 jüdischen Opfer des Holocaust erinnern, die vom ehemaligen Landkreis Erkelenz aus verschleppt und umgebracht wurden. Ihre Namen wurden zum Gedenken von Stolzenberger, Merkens, der stellvertretenden Bürgermeisterin Christel Honold-Ziegahn und dem Heimatforscher Rudolf Rütten verlesen. Der Friedhof an der Neusser Straße wird von Schülern der Erkelenzer Gemeinschaftshauptschule gepflegt.

Am 8. Mai soll die letzte Stele mit Gedenktafel gesetzt sein. Dann will der Heimatverein alle Bürger einladen, die Route gemeinsam zu gehen, wie Merkens betonte. Der 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Ein würdiger Rahmen

Kulturmanager Stolzenberger erklärte, die Stadt werde sich einen würdigen Rahmen überlegen, wie zukünftig an diesem Datum der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werde.
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