Eine spanische Liebeserklärung im „Atelier-K”

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Heinsberg. Mit „klein aber fein” wäre das Konzert wohl am besten zu beschreiben, welches das Heinsberger „Atelier-K” in Kooperation mit dem Internationalen Gitarrenfestival Heinsberg durchführte. Das Duo MiLyra präsentierte dabei unter der Überschrift „Nostalgias” (spanisch für Sehnsucht) Musik und Texte aus und über Spanien.

Die Programmpunkte aus fünf Jahrhunderten verbanden Kristin Susan Catalán Medina (Violine) und Anne Heyens (Gitarre) nahtlos durch eine gleichermaßen kurzweilige wie lehrreiche Moderation zu einem überaus anregenden Gesamtkonzept. Deutlich war zu spüren, dass hier nicht nur zwei potente Künstlerinnen am Werk waren, sondern diese auch zu den bislang raren Absolventen des noch jungen Aufbaustudiengangs zur „Konzertvermittlung und Konzertpädagogik” gehören.

Ihr Programm eröffneten die Musikerinnen mit zwei um das Jahr 1500 entstandenen Werken von Juan del Encima. Kam diese Musik im Renaissancestil den meisten Zuhörer noch recht wenig „spanisch” vor, so erzeugten die folgenden Stücke des berühmten Violinvirtuosen Pablo de Sarasate mit Leichtigkeit Assoziationen zur iberischen Halbinsel. Der Klang der Gitarre verband sich dabei in wunderbarer Weise mit den vom Meister für sein Instrument maßgeschneiderten Melodien und Figuren der Geige.

Auf diese Weise endgültig nach Spanien entführt, konnte das andächtige Publikum einer alten iberischen Legende entnehmen, wie die Geige in unsere Welt kam. Den Musikalischen Anschluss bildete folgerichtig das folkloristische Original der Melodie „Nana”. Deren künstlerische Aufbereitung war Teil der darauf folgenden „Suite popular espanola”. In deren fünf Teilen verarbeitet Manuel de Falla traditionelle folkloristische Melodien und Elemente, darunter auch „Nana”.

Nach einem Ausflug in die Neuzeit kehrte das Programm mit einer musikalischen Liebeserklärung an „Drei Frauen aus Jan” wieder in die Zeit um das Jahr 1500 zurück. Ein erneutes folkloristisches Stück entließ das Publikum in die stilecht mit spanischem Wein garnierte Pause. Mit der „Homenaje” für Solo-Gitarre leitete der zweite Konzerteil in das spanischsprachige Südamerika über, das dessen Komponist Manuel de Falla in der Francozeit ebenso Asyl bot wie zahlreichen anderen spanischen Künstlern. Auf einer wechselvollen Abfolge teils wehmütiger, teils vibrierend-lebendiger argentinischer Tangos von Astor Piazzola und Adrian Politi schwebte das gelöst lauschende Publikum förmlich zum Ende des Programms.

Ein gelungener Abend, der Lust auf mehr machte. Mehr erstklassige Gitarrenmusik wird das Internationale Gitarrenfestival der Kreisstadt in diesem Jahr sicher bescheren. Aber auch für ein Wiedersehen mit dem Duo MiLyra stehen die Chancen gut: Kristin Catalán Medina ist seit zwei Jahren als Lehrerin an der Heinsberger Jugendmusikschule tätig.
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