Kreis Heinsberg - Eine Plattform im Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen

Eine Plattform im Kampf gegen rechtsextremistische Tendenzen

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Kreis Heinsberg. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg versteht sich als Plattform und Bindeglied für die vielen Aktionen, mit denen kreisweit vor Ort gegen rechtsextremistische Tendenzen vorgegangen wird.

Bei einem Pressegespräch in der Ratheimer Friedenskirche betonten Vertreter des Sprecherkreises, dass die Vernetzung der Angebote in diesem Jahr zu den Hauptaufgaben des Bündnisses gehören werde. Das Bündnis existiert seit 2009 und hat rund 220 Mitglieder, darunter auch Kommunen, Schulen, Kirchen und Organisationen.

Unterstützung auf Kreisebene

Auch auf Kreisebene findet die Arbeit des Bündnisses Unterstützung, wie Maria Meurer betonte. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag gehört dem Sprecherkreis an und steht über die Arbeit des Bündnisses in regem Austausch mit Landrat Stephan Pusch. Sie verwies auch darauf, dass der Kreis in seinem Haushalt Mittel für die politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit bereithalte.

Im Heinsberger Kreistag war im Dezember der Beitritt zum Bündnis gegen Rechtsextremismus - für demokratie und Toleranz im Kreis Heinsberg beschlossen worden; mit den Stimmen aller Fraktionen bei einem Nein des NPD-Vertreters im Kreistag.

Der Kreis Heinsberg sei keine Insel der Glückseligkeit, erklärte Christian Ehlers, der die Integrationsagentur des Kreises im Bündnis vertritt. Rechtsextreme Ansichten und auch Taten begegneten einem im Alltag auch im Kreis Heinsberg.

Dabei könne man oftmals nicht von einem gesellschaftlichen Rand sprechen, da die Ansichten tief in der Mitte der Gesellschaft verwurzelt seien. Ehlers verwies darauf, dass nach einer aktuellen Untersuchung ein beträchtlicher Prozentsatz der Bundesbürger latent antisemitisch seien.

Viele verschiedene Strömungen

Auf einer CD, die im Rahmen der Ermittlungen nach Aufdeckung der rechtsextremen Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) sichergestellt worden war, seien auch Namen von Menschen enthalten, die im Kreis aktiv gegen Rechts arbeiten würden, betonte Pfarrerin Susanne Bronner. So wie sich auch die rechtsextremen Aktivisten in der Region vernetzen würden, müsse auch das Bündnis zukünftig Partner außerhalb des Kreises ins Boot holen, hob Lothar Bildhauer hervor.

Der Gewerkschafter erklärte, dass das Bündnis als Plattform für viele verschiedene Strömungen diene, deren „kleinster gemeinsamer Nenner” das aktive Engagement gegen Rechtsextremismus sei. Daher werde ein „zaghafter Kontakt” zur sogenannten Antifa geknüpft. Die autonome Gruppierung sei gerade bei Jugendlichen eine wichtige Anlaufstelle, da diese oftmals nichts von der Existenz des Bündnisses wüssten, wie Jonas Goergens vom Erkelenzer Cusanus Gymnasium zu berichten wusste.

Vollversammlung am Freitag

Deshalb soll das Thema Öffentlichkeitsarbeit bei der Vollversammlung am kommenden Freitag, 24. Februar, ab 19 Uhr in der Ratheimer Friedenskirche auch ganz oben auf der Tagesordnung stehen. Neben dem umfangreichen Tätigkeitsbericht der Arbeitsgruppen und Wahlen für den Sprecherkreis steht auch ein Vortrag über die Zeit des Nationalsozialismus im Grenzland aus Sicht der Niederländer und Belgier auf dem Programm. Der Eupener Heimatforscher und Volkshochschuldozent Dr. Herbert Ruland gilt als Fachmann auf diesem Gebiet.

Aufklärung als wichtige Aufgabe

„Neben der aktiven Arbeit ist die Aufklärung eine unserer wichtigsten Aufgaben”, erklärte Christian Ehlers. Der „Zug der Erinnerung” wurde 2011 aktiv bei seinem Aufenthalt im Kreis unterstützt. Gemeinsam mit Hückelhovener Schulen wurden Flüchtlinge besucht. Und beim Interkulturellen Fest sowie dem „Tag der Akteure” war das Bündnis ebenfalls aktiv. Seit geraumer Zeit wird auch der aktive Austausch mit den Moscheegemeinden gesucht. Als Reaktion auf die Mordserie der NSU hatten die Glaubensgemeinschaften eine gemeinsame Erklärung erarbeitet und zu Gedenkgottesdiensten eingeladen.

Für den 18. April ist in Zusammenarbeit mit der Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg eine Veranstaltung mit der Journalistin Andrea Röpke geplant, die sich mit dem Thema Frauen und Rechtsradikalismus beschäftigt.
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