Eine frühe Aufklärung schafft Vertrauen

Von: gs
Letzte Aktualisierung:
sexufo
Der Präventions- und Jugendberater der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Kriminalhauptkommissar Franz Heinrichs referierte am Berufskolleg in Geilenkirchen über das Thema „Sexueller Missbrauch”. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. In Kooperation mit verschiedenen Behörden und Institutionen befassten sich Projekttage des Berufskollegs Ernährung, Soziales, Technik in Geilenkirchen mit dem Thema „Sexualität und Gesundheit”.

Als Referenten konnte das Berufskolleg den Jugendberater und Präventionsbeauftragten beim Kommissariat Vorbeugung der Kreispolizeibehörde Heinsberg, Franz Heinrichs, sowie Renate Kaspar von der Aids-Beratung der AWO in Hückelhoven und Birgit Görtz von der AWO gewinnen.

Kaspar klärte zum Thema Aids auf, Görtz referierte über Verhütung und Schwangerschaft. Bei den Projekttagen für die Schüler der Klasse 12 der Fachoberschule Soziales und Gesundheit betrachtete zudem das SchwulLesbische Aufklärungsprojekt Aachen (Schlau) die Sexualität aus ihrer Sicht.

Der Vortrag von Heinrichs befasste sich unter anderem mit dem sexuellen Missbrauch an Mädchen und Jungen. Dabei kristallisierte sich heraus, dass eine frühzeitige Aufklärung bis zum Eintritt in die Grundschule und immer von den Eltern Vertrauen in der Familie schafft. Dadurch würden die Kinder über alle Erlebnisse reden und Eltern könnten vorzeitig Gefahren für ihren Nachwuchs erkennen und ihnen entgegenwirken. Heinrichs sprach die 17. bis 25-jährigen Schüler als Erwachsene an, die später einmal selber Kinder erziehen müssten. Aufmerksam lauschten die jungen Frauen und Männer den Ausführungen des Kriminalhauptkommissars, der sich bei seiner polizeilichen Arbeit tagtäglich mit sexuellen Missbrauch befassen muss.

Heinrichs warnte aber auch vor pauschaler Hysterie und Warnung vor dem „Schwarzen Mann” und nannte ein Beispiel. Als vor zwei Jahren irgendwo in der Region ein Mädchen von einem unbekannten Autofahrer vor einer Schule angesprochen worden sei, hätten sich scheinbar ähnliche Vorfälle im Kreis „hochgeschaukelt”. Oft sei ein verdächtiges Auto in den Tagen danach, manchmal zeitgleich an mehreren Stellen, gesehen worden. Die Polizei habe in 90 Fällen ermitteln müssen, kein einziger Fall habe sich bestätigt. Manchmal hätten Kinder Geschichten frei erfunden. Heinrichs ermahnte die Schüler, ihren Kindern später beizubringen bei verschiedenen Anlässen auch „Nein” zu sagen. Sie sollten einem Erwachsenen nicht blind gehorchen, denn dann würden sie auch das tun, was ein Täter sagt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert