Eine „Auszeit” mit vielen Gleichgesinnten

Von: kkli
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Zur „Frauenwallfahrt am Pütz
Zur „Frauenwallfahrt am Pützchen” kamen wieder rund 1000 Frauen aus nah und fern nach Wassenberg-Birgelen.

Kreis Heinsberg. Spätsommerwetter wie aus dem Bilderbuch zog mindestens 1000 Pilgerinnen aus dem ganzen Umkreis und noch darüber hinaus zur „Frauenwallfahrt am Pützchen” in Wassenberg-Birgelen an.

Ein sehr großer Teil kam per Fahrrad, und das erstaunte ganz besonders, denn der größte Teil der Pilgerinnen gehörte den mittleren und schon älteren Jahrgängen an, für die dieser Pilgertag auch eine „Auszeit” zusammen mit vielen Gleichgesinnten ist.

Da sehr viele jüngere Frauen um diese Tageszeit noch beruflich tätig sind, hatte das erfahrene Vorbereitungsteam das Grundthema und die wahrhaft berufene und erfahrene Predigerin, die Diplom-Theologin Brigitte Vielhaus, Referentin beim KfD-Bundesverband Deutschland mit Sitz in Düsseldorf, bewusst eingeladen.

Sabine Mevissen, die Frauenseelsorgerin innerhalb der Region Heinsberg, begrüßte die Teilnehmer im großen Halbrund unter herrlichen alten Bäumen auch im Namen von Katja Wegener, Mechtild Jansen, Elisabeth Mehlhast, Stefanie Wirth, Frau Faber und Frau Schumacher für den begleitenden musikalischen Teil.

„Wir sind gesegnet und wir sind ein Segen” wurde von der Predigerin, einer schlanken Dame in mittlerem Alter, in sehr einfühlsamer Weise interpretiert und im Begleitheft zum Frauentag auch zum Nachvollziehen zu Hause festgehalten. Hier war bewusst auf „Nachhaltigkeit” und praktische Anwendung im eigenen Leben hin gearbeitet worden.

Dazu gehörte auch das schöne Farbfoto einer in Kevelaer ausgestellten Ikone „Madonna mit den drei Händen” aus dem achten Jahrhundert. Maria hält auf dieser Ikone das Jesukind auf dem rechten Arm. an ihrem Herzen. Die linke Hand unterstützt sie dabei. Die andere Hand, die dritte, ist frei.

„Wie reagieren wir, wenn wir im Stress sind und alle Hände voll zu tun haben? Wohl eher nervös, aggressiv oder „Fass mal eben mit an”! Wir Menschen, erläutert auch Frau Vielhaus, sind allzu schnell ausgelastet und mit Beschlag belegt. „Maria dagegen habe immer noch eine, die dritte Hand, frei. Sie vermag, wo wir schnell am Ende sind. Sie hält immer noch eine Hand frei, um bei ihrem Sohn auch Fürbitte für uns zu halten.”

Die Nutzanwendung auch für unser eigenes Leben liege in dieser „dritten Hand”. Es sei auch unsere Hand, die wir mit Ruhe und Bedacht als Hilfe einsetzen können, wenn manches andere versagt hat. In dieser Predigt gab es manche Nutzanwendung zur eigenen Verwendung, wenn in der Familie oder im beruflichen Leben eine helfende Hand dringend gebraucht wird.

Dass diese „dritte Hand” gerade in unserer so hektischen, überladenen und egoistischen Zeit besonders wichtig ist, wurde an diesem Ort des Gebetes so vieler Mütter gut verstanden. Frau Mevissen und Frau Wegener dankten der Predigerin und den vielen Helferinnen und Helfern aus Myhl, von der Caritaswerkstatt und vom Bauhof der Stadt Wassenberg, die für die umfangreiche Bestuhlung und den Transport sorgten. Dank ging auch an die Pfarre Birgelen, die den Altaraufbau auslieh, sowie an Hans-Peter Schmitz, der wieder kostenlos für die Beschallung gesorgt hatte.

Dank ging noch extra an den kleinen Stadtbus, der von Frau Voss vom Kapellenverein „Pützchen” für fußschwache Teilnehmer im Einsatz war. Die Sammlung des Nachmittags ist bestimmt für Kinder in großer Not in Brasilien und für besondere Notfälle in unserer Region. Zurück fuhr in riesiger Schlange ein Heer von Radlerinnen, die den herrlichen Wald genossen. In der kombiniert genutzten Begegnungsstätte und Pfarrheim sorgten die Helferinnen und die Frauenhilfe von St. Georg für ein gemütliches Kaffeetrinken.

Die Frauengruppen sind hoffnungsvoll, dass auch im nächsten Jahr wieder der „Frauentag am Pützchen” durchgeführt werden kann, der schon 1964 von den Effelder Frauen als Bittgang für die Männer in Kriegsgefangenschaft begründet worden ist.
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