Eindrucksvolle Großbaustelle: Gangelts B56n rückt näher

Von: Markus Bienwald
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Die aktuell größte Konzentration von Baustellen findet sich zwischen den Gangelter Ortslagen Birgden und Schierwaldenrath, wo die künftige B56n den Verkehr in Tieflage führt. Foto: Markus Bienwald
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Noch ist hier am Ende der A46 nahe „Janses Mattes“ Schluss, doch frühestens Ende 2016 wird die durchgehende Verbindung von der Autobahn auf die dann eröffnete B56n fertig sein. Foto: Markus Bienwald

Gangelt. Eine wirklich aufwendige Baustelle zwischen den Ortslagen Schierwaldenrath und Birgden breitet sich seit einiger Zeit auf Höhe der künftigen Bundesstraße 56n aus. Dort wird künftig in Tieflage der Straßenverkehr die beiden Gangelter Ortsteile und dabei gleich drei Brücken passieren.

Hergestellt wird die Verbindung zwischen der Anschlussstelle Heinsberg der A46 und den Niederlanden. Doch das wird nach Auskunft von Markus Reul vom zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW in Mönchengladbach „frühestens Ende 2016“ der Fall sein.

Damit kann endgültig keine Rede mehr sein von den ursprünglichen Plänen, die Verbindung Ende dieses Jahres für den Verkehr freizugeben. Bereits vergangenen Oktober war verlautbart worden, die Straße würde „nicht vor 2016“ fertig. Nun kann man also froh sein, wenn es nicht sogar 2017 wird. Grund dafür sind die anstehenden Bauarbeiten vor allem im Bereich der Anschlussstelle an die A46. „Der Verlauf der dort kreuzenden B221 wird tiefer gelegt, dazu kommt ein Brückenbauwerk“, berichtete Reul auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Vertrag für das Brückenbauwerk „wird noch angepasst“, so Reul zum Sachstand um die Vergabe des letzten Brückenbauwerks. Im Herbst letzten Jahres hatte ein Unternehmen, das den Auftrag gerne gehabt hätte, bei der Bezirksregierung Düsseldorf Beschwerde eingelegt, weshalb es zu den Verzögerungen im Bauablauf kam. So oder so wird die B221 am jetzigen Autobahnende in Zukunft ein wenig tiefer als bisher verlaufen, um Raum für den Brückenschluss zwischen der A46 und dem künftigen Verlauf der B56n zu schaffen.

Brücken für Wasser und Schienen

Wer jetzt davon ausgeht, dass damit die A46 verlängert wird, liegt aber falsch. „Es wird bei den Straßenbezeichnungen und den Funktionen der Straßen bleiben.“ So ist keine Fortführung der Autobahntrasse geplant, vielmehr wird die Verbindungsstraße als Bundesstraße ausgelegt und betrieben. Die aktuell größte Konzentration von Baustellen findet sich aber derzeit wohl zwischen Birgden und Schierwaldenrath. Denn hier gibt es auf kürzestem Verlauf gleich drei Brücken: eine fürs Wasser, eine für die Schiene der Historischen Selfkantbahn und eine, die den bisher ebenerdigen Straßenverlauf aufnimmt.

Vor Ort sind die Brückenbauten auf der Großbaustelle gut erkennbar, genauso wie der tiefliegende Straßenverlauf in Richtung Niederlande. Im Endausbau soll die Direktverbindung zwischen A46 und den Niederlanden nicht nur neue Wege eröffnen, sondern auch für Entlastung sorgen. „Da sich das letzte Teilstück in vielen Ortslagen in Tieflage unterhalb des bisherigen Straßenniveaus befindet, wird von der Straße nicht viel zu sehen sein“, so Markus Reul.

Genau 7,88 Kilometer neue Straße zwischen Gangelts Ortsteil Vinteln und dem Anschluss an die A46 in der Nähe von „Janses Mattes“ sind noch fertigzubauen, was am schon vorbereiteten Baugrund am künftigen Verbindungsbereich zur A46 gut zu sehen ist. Am Ende der Bauarbeiten sind übrigens 24 Brückenbauwerke und dazu noch Unterführungen beispielsweise für Wasser sowie fünf Knotenpunkte fertig. So summieren sich die Gesamtkosten des Projekts auf 84,2 Millionen Euro. Gut 20.000 Fahrzeuge sollen dann Tag für Tag über diese auch wirtschaftlich interessante Verbindung rollen und damit die Ortsdurchfahrten verringern.

So könnte die neue Strecke laut Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Kreises Heinsberg auch für neue, günstig gelegene Gewerbeansiedlungen entlang des Verlaufs sorgen. Strukturell wird die Trasse dreispurig ausgebaut, jeweils zwei Fahrstreifen plus einem Streifen für die Gegenrichtung im Wechsel, ähnlich wie auf der B221. An den Anschlussstellen werden aus Sicherheitsgründen zwei durchgehende Fahrstreifen je Fahrtrichtung eingeplant, entsprechend sind auch Brückendurchfahrten für die Aufnahme von vier Fahrspuren geeignet.

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