Ein Traum nicht nur für Kinder

Letzte Aktualisierung:
weg-eisenbahn-fo
Verflixt, schon wieder ist die Lok entgleist. Aber die Kinder haben trotzdem Spaß. Foto: Strickstrock

Wegberg. Die Modellbahnanlage in der Kastanienschule in Rath-Anhoven ist zwar nicht so pompös, umfangreich und ausgefeilt wie die in Hamburgs Speicherstadt, sie wurde und wird nämlich nicht von Profis, sondern von Schülern gebaut - und das bereits seit 20 Jahren.

Begonnen hatte alles, als der damalige Schulleiter Fritz Wendt, selbst ein Modelleisenbahner, für die Klassen 3 und 4 im Jahre 1990 eine Arbeitsgemeinschaft gründete und die Bahnanlage zum Schulfest 1991 mit den Kindern aufbaute.

Alle 14 Tage wird weiter gebaut

Seither bastelten die Jungen und manchmal auch Mädchen alle 14 Tage an einer Anlage. Die wurde immer umfangreicher, bekam ein längeres Gleisformat, ständig wurden weitere Module hinzugefügt; und so beträgt die Gesamtlänge in diesem Jahr fast 50 Meter. Der ganze Flur im ersten Stock der Schule, der große Vorraum und nun auch der Raum 8 werden für den Aufbau benötigt.

Von fünf Bahnhöfen auf der Strecke wird die Anlage mindestens zweigleisig gesteuert, in den Bahnstationen liegen bis zu sechs Fahrgleise, dazu gibt es zahlreiche Abstellmöglichkeiten. Und auf der Strecke fahren Güter- und Personenzüge, manche Schuleigentum, andere werden von den Jungen mitgebracht und in jedem Jahr drängen sich die Kinder, Jugendlichen und auch Väter und Mütter durch die Enge des Flures, um ja alles betrachten zu können.

Auch Urgroßvater ist dabei

In diesem Jahr war sogar ein Urgroßvater gekommen, der seinem Nachwuchs in der zweiten und dritten Generation die Anlage zeigte und der selbst gern als Kind eine Modellbahnanlage gehabt hätte, wie er gestand. Dazu wuseln die Schüler versehen mit Namensschildchen von einem Missgeschick zum nächsten, von einer Entgleisung zu Loks, die keinen Strom erhalten und nicht selten ertönt der Ruf: „ Herr Wendt, Hilfe!” Und der kommt dann, weiß immer Rat und erklärt geduldig.

Nicht nur die Eisenbahn ist besonderer Blickpunkt der Besucher, auch die Gestaltung der Anlage bis ins kleinste Detail zeigt die Fantasie und das Geschick der Kinder. Das gesamte Leben sieht der Betrachter: Hochhäuser, kleine Orte und Städtchen, Industriebereiche Lokschuppen, Häuser und Villen in allen Ausführungen, selbst ein Kinderspielplatz und Kühe auf der Weide und Werbeflächen entlang der Strecke fehlen nicht. Und an einer Stelle entstehen neue Häuser, als wenn Neuborschemich Vorbild sei.

Es ist eine Anlage mit alten Metallgleisen, die heute gar nicht mehr hergestellt werden, dazu selbst gebastelte Steuerungsgeräte. Und natürlich ist auch der Dienst an den beiden Ausstellungstagen genau geregelt.

Ein Plan orientiert „Fahrdienstleiter” und Besucher, wer wann am Bahnhof Altenkirchen, Lindental, Güglingen, Schönblick und Wiesental am Regler steht. Und in diesem Jahr - wie seit jeher - können sich die Besucher im Erdgeschoss an Torten, Kuchen und Kaffee der Eltern laben. Da bleibt nur, „Gute Fahrt” auch in das 21. Jahr für die Akteure zu wünschen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert