Ein Raum der Ruhe, und doch mitten im Leben

Von: Petra Wolters
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Schwester Theresia führte die
Schwester Theresia führte die Besucher durch Kirche und Kapelle des Klosters Maria Lind. Foto: Petra Wolters

Waldfeucht-Braunsrath. Zum Tag der offenen Klöster im Bistum Aachen begrüßten auch die Klarissen im Kloster Maria Lind in Braunsrath interessierte Besucher. Schwester Theresia führte sie zunächst in die Klosterkirche, anschließend in die Wallfahrtskapelle und schließlich in den Saal neben der Klosterkirche.

Hier konnten die Gäste mithilfe einer eindrucksvoll gestalteten Bilderpräsentation noch einmal eintauchen in die Geschichte des Klosters. Darüber hinaus erhielten sie dabei Informationen über die Entstehung des Ordens der Klarissen. Fotos, Lieder und Texte führten sie dabei zurück in die Kirche von San Damiano bei Assisi, wo die heilige Klara im Jahre 1212 ihr klösterliches Leben begann.

„Wir freuen uns über jeden der kommt”, sagte Schwester Gabriel, als Schwester Bernadette pünktlich um 14.30 Uhr die Tür zwischen Kapelle und Kirche weit öffnete, um die ersten Besucher persönlich zu begrüßen. Auch Schwester Petra hieß die ersten Gäste herzlich willkommen.

In der Kirche erläuterte Schwester Theresia den Besuchern zunächst einige bauliche Besonderheiten. Die Kirche war wie das Kloster in den Jahren 1983 bis 1985 für den Umzug der Klarissen aus Ahlen nach Braunsrath erbaut und 1985 von Bischof Klaus Hemmerle konsekriert worden. Sie bildet architektonisch ein Quadrat mit dem Altar genau in der Mitte. Das Gitter zum Chorgestühl sei sehr niedrig gehalten, um mit den Besuchern der Kirche ganz bewusst eine Gebetsgemeinschaft eingehen zu können, betonte Theresia. Großes Interesse weckten ihre Ausführungen zu den sechs farbigen Fenstern in der Kirche, die sechs Strophen vom Sonnengesang des heiligen Franziskus symbolisieren, zum San-Damiano-Kreuz über dem Altar, zu dem gestickten Wandteppich, der die heilige Klara zeigt, oder zu der an ein Zeltdach anmutenden Deckenkonstruktion. „Wir sind hier keine elitäre Insel”, betonte sie. „Wir wissen, was draußen los ist und wofür wir beten”, deutete sie auf die Glasfront an der rückseitigen Kirchenwand, die bei unbelaubten Bäumen einen Blick bis nach Heinsberg ermögliche.

Jeden Tag würden zahlreiche Pilger in die Kirche kommen, um an den Gebeten und an den Gottesdiensten mit Pater Alexander und den Schwestern teilzunehmen, freute sie sich. In der Kapelle erläuterte sie den Besuchern die Herkunft des Klosternamens „Maria Lind”. Sie erzählte von dem französischen Offizier, der Ende des 17. Jahrhunderts die kleine Marienfigur, die heute in der Kapelle steht, in einer Linde vergaß, und die von einem Franziskanerpater gefunden wurde. Er brachte sie in die Pfarrkirche, doch am nächsten Tag habe sie wieder in der Linde gestanden, so die Geschichte.

Daher wurde an der Stelle, wo die Madonna in der Linde gefunden worden war, eine Kapelle errichtet, die 1681 eingeweiht wurde. Später seien dann lange Zeit Kapuziner in Braunsrath tätig gewesen und jetzt die Klarissen. „Das hier war also immer ein franziskanischer Wallfahrtsort”, erklärte sie. „Hier ist ein Ort des Gebetes für viele Menschen und das wird er auch bleiben.” Eine gemeinsame Vesper mit den Besuchern rundete den Tag des offenen Klosters in Maria Lind ab.
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