Kreis Heinsberg - Ein musikalisches Ereignis der besonderen Art: „Jagd und Romantik“

Ein musikalisches Ereignis der besonderen Art: „Jagd und Romantik“

Von: ulla
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Beim Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in der Erkelenzer Stadthalle spielte das Hornbläserquartett „german hornsound“ auf. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Das sechste Meisterkonzert der Anton-Heinen-Volkshochschule in dieser Spielzeit bescherte den vielen Zuhörern in der Erkelenzer Stadthalle ein musikalisches Erlebnis der besonderen Art: Das Ensemble „german hornsound“, gegründet 2009 von ehemaligen Studenten einer Meisterklasse an der Hochschule Stuttgart, brillierte mit einer Musik, die normalerweise in Konzerten nicht zu hören ist.

Alle vier haben inzwischen Engagements in großen Orchestern. Mit ihren eleganten grauen Schwalbenschwänzen ließen sie zunächst nicht an Grün­röcke denken.

Die vier Mitglieder des Quartetts – Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stefan Schottstädt und Timo Steininger – begeisterten unter dem Titel „Jagd und Romantik“ mit ihren Waldhörnern das Publikum, das offenbar an den ungewohnten Klängen viel Freude hatte. Christoph Eß führte durch das Programm und ordnete die einzelnen Stücke (sieben an der Zahl) musikhistorisch ein und beschrieb auch die Entwicklung des Waldhorns mit seiner Tenor- und Altlage.

Wie schon der Titel des Konzertes andeutete, ging es vornehmlich um Motive der Jagd, die in der Romantik auf verschiedene Weise zum Ausdruck kamen. Und vielleicht ist auch manchem älteren Zuhörer das Volkslied „Es blies ein Jäger wohl in sein Horn“ in den Sinn gekommen. Auf dem Programm standen Werke von Mendelssohn-Bartholdy, Rossini, Wagner, Verdi, Bruckner und von von Weber, die von Ensemble-Mitgliedern arrangiert und auf die Möglichkeiten des Quartetts zugeschnitten wurden. Und der Musikfreund konnte Motive aus Opern oder sonstigen Werken heraushören – immer irgendwie an die Jagd mit ihren vielen Ausdrucksmöglichkeiten erinnernd.

Der Abend begann mit einem außerhalb der Horn-Literatur eher unbekannten Meister, Constantin Homilius (1840-1918), und dessen dreisätzigem Quartett B-Dur Op. 38, das virtuose Passagen enthielt, Lyrik und natürlich auch Szenen, die an die Jagd erinnerten. Ein Jäger konnte dabei an das Signal „Sau tot“ denken.

Unter den Stücken des Konzertes nahm das La Caccia (2013) für vier Hörner von Eva Schorr eine besondere Stellung ein, war es doch eigens für „german hornsound“ geschrieben worden. Natürlich standen Jagd-Motive im Vordergrund, aber auch jazzige Elemente waren zu hören. Im Alter von 88 Jahren ist Eva Schorr im Januar dieses Jahres gestorben. Sie war auch ein Beispiel dafür, dass Frauen im „Musik-Geschäft“ sich hinter den Männern durchaus nicht verstecken müssen.

Natürlich kamen die vier Musiker nicht ohne Zugabe von der Bühne. Es gab ein Andante in C-Dur von Bruckner.

Viel Beifall am Ende und jeweils nach den einzelnen Stücken sowie Blumen waren Zeichen der Dankbarkeit für einen gelungenen Musikabend.

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