Ein musikalischer Ausdruck jüdischer Identität

Von: defi
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Jiddische Lieder und Klezmermusik wurden beim VHS-Konzert „Wer´s hot Fligl“ in der Evangelischen Kirche Heinsberg dargeboten. Foto: defi

Heinsberg. Mit der Tiefe und Wärme der jüdischen Seele bezauberten der Shalom-Chor und das Klezmerensemble „Shpil, Klezmer, shpil“ aus Mönchengladbach unter der Leitung von Horst Couson und Johannes Goedeke zusammen mit dem Klezmerensemble „Shoshana“ unter der Leitung von Leonid Norinsky rund 160 Zuhörer und „Mitmacher“ bei einem Konzert in der Evangelischen Kirche in Heinsberg.

Diesen Abend mit jüdischer Musik unter dem Titel „Wer´s hot Fligl“ richtete die Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg im Rahmen der Interkulturellen Woche aus, die unter dem Motto „Gemeinsamkeiten finden, Unterschiede feiern“ stand.

Gefeiert wurden in der Evangelischen Kirche nicht die Sänger und Musiker, die mit jiddischen Liedern und Klezmermusik begeisterten – auch die Besucher feierten tüchtig mit. Der Moderator des Abends, Ensembleleiter Horst Couson, ein Musiklehrer aus Erkelenz, hatte das Eis schnell gebrochen. Couson scherzhaft: „Wollen Sie nicht singen, können Sie nicht singen, oder dürfen Sie nicht singen?“ Die Zuhörer „durften“ und konnten es sogar; das Singen und Klatschen des „beflügelten“ Publikums, das an diesem Abend auch eine kleine Einführung in die jüdische Kultur erhielt, wurde Teil des Konzertabends.

Gefeiert wurde auch die virtuose Geigerin, der „Star des Abends“, Svitlana Yudelevych. Geboren in Budapest, erhielt Yudelevych ihre erste musikalische Ausbildung in einer Spezialschule für Musik in Kiew. Sie war Solistin im „Haus der Orgel und Kammermusik“ in Kiew und leitete das Salonorchester „Miniatur“. Mit Leonid Norinsky am Knopfakkordeon bildete Svitlana Yudelevych, die schon als Kind die jiddische Musik auf Hochzeiten und Festen den Menschen nahe brachte, das in Dessau beheimatete Ensemble „Shoshana“.

Der Shalom-Chor und das Klezmerensemble „Shpil, Klezmer, sphil“ boten dem Publikum mit den beiden Dessauer Musikern ein Konzerterlebnis, das die Freude an anderen Kulturen erlebbar machte. Jiddische Fest- und Freudenlieder, Ohrwürmer wie „Donna Donna“, aber auch unendlich traurige, melancholische Balladen sorgten für ein stimmungsvolles Konzerterlebnis.

Die Veranstaltung fand in Kooperation mit dem neu eingerichteten Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Heinsberg statt. Die Integrationsbeauftragte des Kreises Heinsberg, Ulrike Deußen, sagte mit Fug und Recht: „Sehen Sie dieses Konzert nicht nur als Kunstgenuss, sondern auch als einen Beitrag zur Integration im Kreis Heinsberg.“

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