Ein integratives Modell inklusive Tierversorgung

Von: agsb
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Michael Dohmen (r.) erklärte
Michael Dohmen (r.) erklärte Ausschussmitgliedern vom Jugendhilfe-/Schulausschuss des Kreises Heinsberg das Bauernhofprojekt auf dem Gelände des Gehöfts in Birgden. Foto: agsb

Geilenkirchen/Gangelt. Ein Bauerngehöft war Ziel des Jugendhilfe- sowie des Schulausschusses des Kreises Heinsberg. Mit dieser Visite wollten sich die Mitglieder der beiden Fachgremien selbst ein Bild von einem Bauernhof in Gangelt-Birgden an der Bahnhofsstraße machen.

Vor Ort soll schnellstmöglich ein Modellprojekt der Janusz-Korczak-Schule in Geilenkirchen für derzeit nicht beschulbare Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 gestartet werden.

Die Arbeit auf dem Bauernhof soll als präventive Maßnahme für Schüler angeboten werden, die bereits in jungen Jahren starke Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Gemeinsame Tierversorgung, Tierpflege, Hauswirtschaft, Werken, Basteln, Gebäudepflege, gemeinsames Mittagessen und Besprechungen sowie ein wöchentliches Fazit des Erlebten stehen unter anderem bis zum Nachmittag auf dem Programm.

Die „Reißleine” soll hier von der Schule, vom Kreis und auch in Zusammenarbeit mit den Eltern gezogen werden. Die vielleicht schon letzte Chance sollen acht Schüler/innen der Sekundarstufe 1 erhalten, über den Bauernhof wieder zum normalen Schulbetrieb zurückzukehren oder vielleicht sogar den Sprung auf eine andere Schule zu schaffen.

„Das Ziel muss sein, jungen Menschen vernünftige Zukunftsperspektiven aufzuzeigen. Ein vorzeitiges Hilfeangebot kann dazu führen, dass spätere erzieherische Maßnahme mit einem deutlich höheren Kostenaufwand vermieden werden können”, wurde in den Problemdarstellung der Verwaltung den Ausschussmitgliedern übermittelt.

Dieses Bauernhofprojekt wird wissenschaftlich durch die Uni Köln (Humanwissenschaftliche Fakultät - Erziehungshilfe und sozial-emotionale Entwicklungsförderung) begleitet. Für die Umsetzung konnte ferner als freier Träger der Caritasverband Heinsberg gewonnen werden.

Zwischen der Janusz-Korczak-Schule, dem Caritasverband und dem Schulamt wird ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Ferner ist das Jugendamt mit im Boot. Die Laufzeit des Bauernhofprojekts soll sich vorerst auf zwei Jahre erstrecken, für die Schuljahre 2011/12 und 2012/13. Ein Lehrer und ein Sozialarbeiter sind jeweils an diesem Ort, jeweils zwei Personen sind stets anwesend. Die Sozial- und Lehrerkräfte arbeiten „auf einer Höhe”, wurde als Voraussetzung im Projekt dargestellt.

Vor 14 Jahren übernahm Sonderschullehrer Michael Dohmen den Bauernhof. Dieser befand sich in einem schlechten Zustand. „Der hintere Teil war eine Ruine, die gesamte Elektrik im Haus musste erneuert werden”, sagte Michael Dohmen während der Besichtigung. Und es gibt noch viel Arbeit in den Räumlichkeiten.

Durch Kreisbrandinspektor Karl-Heinz Prömper wurde ein Brandschutz-/Sicherheitskonzept entwickelt. Die Mitglieder der beiden Ausschüsse vermuteten zwar noch viele Gefahrenstellen, aber Michael Dohmen zeigte sich zuversichtlich, bis zum Beginn des neuen Schuljahres alle Gefahrenstellen zu beseitigen, um das Gebäude „beziehbar und schulungsfähig” zu machen.

Alle Anwesenden waren sich einig, dass dieses Projekt absolut sinnvoll ist. Es handele sich um ein überzeugendes Konzept. Die Politiker gaben in der Abstimmung ihr „Ja” zum pädagogischen Vorhaben.

Die beiden Vorsitzenden Willi Paffen und Ralf Derichs vom Jugendhilfeausschuss und Schulausschuss sowie Hans-Jürgen Oehlschläger vom Jugendamt versicherten, dass alle rechtliche Aspekte bis zum Start des Projekts geklärt sein werden.
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