Heinsberg - Ehemalige Gagfah-Häuser sollen standsicher sein

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Ehemalige Gagfah-Häuser sollen standsicher sein

Von: Rainer Herwartz
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die meisten Pendler, die täglich die Karl-Arnold-Straße stadteinwärts oder -auswärts entlangfahren, haben sich wohl schon an das triste Bild gewöhnt. Den Anwohnern in der Nähe der Obernburger- oder Erlenbacherstraße dürfte es ebenso gehen.

Die grauen Altbauten, die Anfang des Jahres 2010 von 41 Mietparteien in nur drei Tagen geräumt werden mussten, weil ihre Standsicherheit gefährdet sei, wie der damalige Eigentümer, der Immobilienriese Gagfah, zur Begründung anführte, stehen noch immer. An dem „Schandfleck”, so Bürgermeister Wolfgang Dieder, regt sich nichts. Und das, obwohl schon vor über einem halben Jahr für die linke Seite der Erlenbacherstraße ein Bauantrag zur „Revitalisierung” der Gebäude bei der Stadt vorgelegt worden war.

Nachdem im Januar 2011 die Aixcellent-Immobilien GmbH & Co.KG aus Aachen die Gebäude gekauft hatte, sollten an ihrer Stelle zunächst 23 neue Einfamilienhäuser entstehen. Ein Flopp, wie der für die Koordination des Projektes zuständige Arnold Bauens von der ITS Concept Immobilien GmbH im Dezember letzten Jahres einräumen musste. Trotz intensiver Bemühungen fanden sich hierfür keine Käufer. In dem von der Stadt Heinsberg ungeliebten „Plan B” sollte nun aus den bestehenden Gebäuden durch eine umfangreiche Sanierung barrierefreier Wohnraum entstehen. Ein Abriss stand demnach nicht mehr zur Debatte.

Zumindest aus Sicht des neuen Eigentümers. Die Stadt meldete hier wohl bedenken an und akzeptierte den Bauantrag nicht ohne ein fundiertes Statik-Gutachten. Der Architekt des neuen Konzeptes, Oscar Müller aus Herzogenrath, habe daraufhin für den ersten Bauabschnitt die statischen Berechnungen vorgenommen, die danach vom Büro Güldenpfennig in Aachen per Prüfstatik bestätigt worden seien, erklärte Bauens jetzt gegenüber unserer Zeitung.

„Bis zu dieser Woche haben sie hochsensibel geprüft, weil ja unterschiedliche Meinungen vorliegen.” Die Standsicherheit der Gebäude sei demnach zu „einhundert Prozent” gegeben. „Das war zwingende Vorgabe der Stadt. Damit ist die Stadt nun wieder am Zug. Nun wollen wir nicht hoffen, dass noch ein drittes Gutachten nötig wird.” Bei dem durch die Gagfah vorgelegten Gutachten sei in „keiner Weise ein ähnlicher Aufwand betrieben worden”, meint Bauens. Deshalb hält er die Reaktion der Gagfah für überzogen. Da sei wohl das Kind mit dem Bade ausgeschüttet worden. „Das Ergebnis beruhte nicht auf Mathematik, sondern auf persönlicher Einschätzung.”

Die Finanzierung und die Planung für den ersten Bauabschnitt an der linken Seite der Erlenbacherstraße stünden schon längst, sagt Bauens. „Pi mal Daumen” seien allerdings bislang schon 40 bis 50 000 Euro Kosten angefallen. „Deutlich mehr als die Hälfte hiervon wären unnötig, wenn wir nicht diese Situation vorgefunden hätten”, ist Bauens sicher. „Das wird den Mieten nicht zugute kommen, aber es bleibt alles noch im Rahmen.” Frühestens im Herbst rechnet er nun mit einem Baubeginn. „Es könnte nämlich passieren, dass die Stadt nun für jedes Gebäude eine solche statische Prüfung verlangt.” Denn schon im Gutachten der Gagfah seien nicht die einzelnen Häuser bezeichnet worden.

Die Sorge des Arnold Bauens ist nicht unbegründet, denn Bürgermeister Wolfgang Dieder sagt auf Nachfrage: „Ich bin sehr skeptisch.” Er werde sich die neuen Unterlagen genau anschauen. Schließlich bedeute die Standsicherheit eines Hauses in der Straße nicht zwangsläufig die Standsicherheit eines anderen.
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